Deutsche Rohstoff Aktie: Konzernüberschuss verneunfacht
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 09:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wolfram macht Öl zum Nebenschauplatz. Die Deutsche Rohstoff AG hat im ersten Halbjahr 2026 einen Konzernüberschuss von 134,7 Millionen Euro erzielt – fast neunmal so viel wie im Vorjahreszeitraum mit 15,5 Millionen Euro. Der Treiber dahinter sitzt nicht in den eigenen Bohrlöchern in Wyoming oder Colorado, sondern in Kanada: beim Wolfram-Produzenten Almonty Industries.
Almonty liefert den Sondergewinn
Die Mannheimer haben im ersten Halbjahr 11,6 Millionen Almonty-Aktien verkauft und dabei einen Gewinn vor Steuern von rund 128 Millionen Euro realisiert – aufgeteilt auf 97 Millionen Euro im ersten und 65 Millionen Euro im zweiten Quartal. Das trieb das EBITDA auf 205,2 Millionen Euro, nach 70,5 Millionen Euro im Vorjahr. Insgesamt wurden 2026 bereits 14,3 Millionen Almonty-Aktien veräußert, ein Teil davon erst nach dem Bilanzstichtag Ende Juni.
Das operative Geschäft trug seinen Teil ebenfalls bei. Der Umsatz stieg um 7,5 Prozent auf 110 Millionen Euro, gestützt von einem um 18 Prozent höheren Ölpreis von durchschnittlich 78,4 US-Dollar je Barrel. Ohne Metallgeschäft und ohne außerplanmäßige Abschreibungen auf ältere Bohrungen in Colorado kletterte das Ergebnis aus Öl und Gas um 47 Prozent auf 23,2 Millionen Euro.
Produktion zieht im zweiten Halbjahr deutlich an
Im zweiten Quartal lag die Tagesproduktion bereits bei 14.803 Barrel Öläquivalent, nach 12.322 im ersten Quartal. Grund sind neue Bohrungen aus dem erweiterten Wyoming-Programm, die laut Vorstand deutlich über den internen Erwartungen liefern. Die ersten vier Niobrara-Bohrungen auf dem Dillon/Billings Pad erreichten bereits drei Wochen nach Produktionsbeginn eine Gesamtförderung von rund 6.000 Barrel Öl pro Tag.
Für das zweite Halbjahr rechnet der Vorstand mit einer durchschnittlichen Tagesproduktion zwischen 24.000 und 26.000 Barrel Öläquivalent – ein Sprung von über 70 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr. Das Bohrprogramm wurde Anfang August bereits um sechs auf insgesamt 32 Bruttobohrungen erweitert.
Finanziell steht das Unternehmen deutlich solider da als vor einem Jahr. Das Eigenkapital wuchs auf über 352 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote liegt bei rund 45 Prozent. Trotz Investitionen von 143 Millionen Euro blieb der Free Cashflow mit 42,5 Millionen Euro positiv, die liquiden Mittel stiegen auf 133,2 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr bestätigt der Vorstand die Anfang August angehobene Prognose: 300 bis 320 Millionen Euro Umsatz und 380 bis 400 Millionen Euro EBITDA im Basisszenario bei einem Ölpreis von 75 Dollar.
Für 2027 rechnet das Management bereits mit einem niedrigeren EBITDA von 240 bis 260 Millionen Euro – schlicht weil die Sondererträge aus den Almonty-Verkäufen dann wegfallen.
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