Deutsche Rohstoff Aktie: mwb hebt Kursziel auf 136 Euro
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 00:20 Uhr | Redaktion boerse-global.deDeutsche Rohstoff setzt für 2026 höhere Umsatz- und Ergebnisziele: Der Umsatz soll nun 340–360 Millionen Euro erreichen, das EBITDA 420–440 Millionen Euro. Die heute angehobene Prognose stützt sich auf hohe Ölpreise und eine starke US-Produktion. Zugleich erhöht das Unternehmen den Investitionsrahmen für sein Bohrprogramm.
Die Aktie gewinnt heute 4,8% und reagiert damit positiv auf den verbesserten Ausblick. Für Anleger zählt allerdings nicht nur die Höhe des erwarteten Ergebnisses. Entscheidend ist auch, welcher Anteil aus dem laufenden Geschäft stammt und welche Preisannahmen die Prognose tragen.
Ölgeschäft und Beteiligungsverkäufe getrennt betrachten
Am Mittelwert der neuen Prognose erwartet Deutsche Rohstoff ein EBITDA von rund 430 Millionen Euro. Davon sollen rund 270 Millionen Euro aus dem Öl- und Gasgeschäft stammen. Rund 160 Millionen Euro entfallen auf Verkäufe von Almonty-Anteilen.
Diese Unterscheidung ist für die Bewertung wichtig: Das erwartete Gesamtergebnis bildet nicht allein die operative Entwicklung der Förderung ab. Nach Unternehmensangaben gab es seit Mitte Juli keine weiteren Almonty-Verkäufe. Der entsprechende Ergebnisbeitrag stammt somit aus bereits erfolgten Transaktionen.
Im dritten Quartal 2026 erzielte Deutsche Rohstoff einen Umsatz von rund 110 Millionen Euro. Die Nettoproduktion lag bei rund 23.500 Barrel Öläquivalent pro Tag.
Die Förderung soll im Schlussquartal weiter steigen. Damit beruht der höhere Ausblick nicht ausschließlich auf günstigen Verkaufspreisen. Auch zusätzliche Produktionsmengen sollen das Geschäft stützen.
Für das vierte Quartal 2026 erwartet das Unternehmen rund 26.000 Barrel Öläquivalent pro Tag. Im Jahresdurchschnitt soll die Nettoproduktion erstmals über 19.000 Barrel Öläquivalent pro Tag liegen.
Höhere Förderung verlangt mehr Kapital
Das Bohrprogramm liefert die operative Grundlage für diesen Ausbau. Ende September waren sowohl eigene als auch nicht selbst betriebene Bohrungen bereits in Produktion. Weitere eigene Bohrungen sollen im November und bis Jahresende folgen.
Für die Investitionen nennt Deutsche Rohstoff nun eine Bandbreite von 320–340 Millionen Euro. Zuvor waren 310–330 Millionen Euro vorgesehen. Nach Unternehmensangaben liegt das Investitionsvolumen rund 3% über dem ursprünglichen Plan.
Der Produktionsanstieg geht damit mit einem höheren Kapitaleinsatz einher. Für Anleger gehören die verbesserte Ergebnisprognose und das größere Investitionsbudget zusammen: Das Unternehmen baut die Förderung aus, muss dafür aber auch mehr Mittel einsetzen.
Preisannahmen und Absicherung begrenzen die Aussagekraft
Der Ausblick bleibt an konkrete Marktannahmen gebunden. Für November und Dezember kalkuliert Deutsche Rohstoff mit einem WTI-Preis von 95 US-Dollar je Barrel. Der realisierte Jahresdurchschnitt 2026 soll rund 88 US-Dollar je Barrel betragen.
Die Prognose ist deshalb keine vom Ölmarkt unabhängige Ergebniszusage. Gleichzeitig begrenzen bestehende Sicherungsgeschäfte die Teilnahme an höheren Preisen. Die erwartete Belastung daraus hat das Unternehmen bereits im Ausblick berücksichtigt.
Das Hedgebuch umfasst rund 1,8 Millionen Barrel zu einem durchschnittlichen Sicherungspreis von rund 73 US-Dollar je Barrel. Für das laufende Jahr erwartet Deutsche Rohstoff Hedgingverluste von rund 16 Millionen US-Dollar.
mwb research bewertet die jüngste Entwicklung dennoch positiv und bestätigt die Kaufempfehlung. Die Analysten berücksichtigen dabei auch negative Bewertungseffekte aus dem jüngsten Kursrückgang von Almonty.
Das Kursziel steigt von 128 auf 136 Euro. Die Einschätzung unterstreicht den verbesserten operativen Ausblick. Für die Einordnung des Jahresergebnisses bleiben jedoch die bereits realisierten Beteiligungsverkäufe und die Ölpreisannahmen wesentlich.
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