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Dr. Martens Aktie: Barclays dreht skeptisch

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 15:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Barclays begrĂŒndet die Abstufung mit schwacher Markennachfrage und Preisdruck; Dr. Martens erweitert zugleich sein Regenstiefel-Sortiment.
Ein eleganter Lederschuh auf einem dunklen Schreibtisch vor einem unscharfen nÀchtlichen Stadtpanorama. Illustration mit AI erstellt.

Barclays stuft Dr. Martens ab und setzt damit ein Fragezeichen hinter die Erholungsstory des Stiefelherstellers. Am selben Tag bringt das Unternehmen einen neuen Gummistiefel auf den Markt. Produktoffensive und Analystenskepsis treffen aufeinander.

Barclays senkt auf "Underweight"

Die Bank nimmt Dr. Martens von "Equal Weight" auf "Underweight" zurĂŒck. Das Kursziel sinkt um 20 Prozent auf 60 Pence, zuvor lag es bei 75 Pence. Gemessen am Schlusskurs vom 30. Oktober von 66 Pence entspricht das einem Abschlag von 8,5 Prozent.

Als GrĂŒnde nennen die Analysten eine schwache Markennachfrage und ein schwieriges Konsumumfeld. Die Google-Suchanfragen zur Marke blieben im Jahresvergleich gedĂ€mpft, und zwar in Großbritannien ebenso wie in den USA. Das schĂŒrt Sorgen vor dem wichtigen WeihnachtsgeschĂ€ft.

Hinzu kommt der Preisdruck in der Branche. Die LagerbestĂ€nde im Schuhhandel wachsen schneller als die UmsĂ€tze, HĂ€ndler greifen deshalb verstĂ€rkt zu Rabatten. Dr. Martens hat die eigenen BestĂ€nde seit dem Höchststand im GeschĂ€ftsjahr 2023 zwar um rund 38 Prozent abgebaut. Barclays hĂ€lt es dennoch fĂŒr schwieriger, VollpreisverkĂ€ufe zu halten.

Bewertung und Prognosen

Auch die Bewertung ĂŒberzeugt die Bank nicht. Das Kurs-Gewinn-VerhĂ€ltnis wirke im Vergleich zu Wettbewerbern wenig attraktiv, da die Marke an Suchdynamik einbĂŒĂŸe, die EBITDA-Margen vergleichsweise niedrig ausfielen und es zuletzt Gewinnrevisionen nach unten gab.

Die eigenen SchĂ€tzungen ließ Barclays unverĂ€ndert. Beim Vorsteuergewinn liegen sie fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2027 rund 2 Prozent unter dem Konsens, fĂŒr 2028 sind es 7 Prozent.

Die Analysten rĂ€umen ein, dass Sandalen, Taschen, besseres Marketing und der Wiederaufbau der Großhandelsbeziehungen helfen könnten. Belege fĂŒr eine stĂ€rkere Nachfrage sehen sie bislang aber nicht.

Neuer Regenstiefel als Antwort

Ein Beispiel fĂŒr die Erweiterung des Sortiments lieferte Dr. Martens heute selbst. Der Konzern prĂ€sentiert den wasserdichten "101 Rain Boot", einen Wellington-Stiefel, der sich am klassischen 101-Boot orientiert. Er ist in fĂŒnf Farben erhĂ€ltlich, darunter Schwarz, Kirschrot und Golden Lime, und kommt mit luftgepolsterter Sohle und hitzeversiegelter Konstruktion.

Die Regenkollektion startete im Herbst-Winter 2025 mit dem 1460 Rain Boot. Der neue Stiefel ist ab sofort online, in den eigenen LĂ€den und bei ausgewĂ€hlten HĂ€ndlern verfĂŒgbar.

Den nÀchsten Belastungstest liefert am 12. November der Halbjahresbericht. Er zeigt, ob die Neuausrichtung bereits im GeschÀft ankommt und ob Barclays mit der Skepsis zur Nachfrage richtig liegt.

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