Dufry, Aktie

Dufry Aktie: Nahost-Delle, Ziele bleiben

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 09:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Avolta verzeichnet trotz geopolitischer Spannungen und Anlaufkosten ein solides organisches Wachstum und hÀlt an den mittelfristigen Margenzielen fest.

Avolta (Dufry): Nahost-Konflikt belastet, Ziele fĂŒr 2026 bestĂ€tigt
Moderner, eleganter Flughafenbereich mit verschwommenen Reisenden in einer exklusiven Einzelhandelsumgebung. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Ein Krieg im Nahen Osten, zwei neue GroßflughĂ€fen im Aufbau und trotzdem hĂ€lt der Konzern an seinen Zielen fest. Avolta, wie Dufry seit dem Zusammenschluss mit Autogrill firmiert, hat im ersten Halbjahr 2026 gezeigt, wie belastbar das GeschĂ€ftsmodell des ReisedetailhĂ€ndlers unter Druck wirklich ist.

Der Konflikt im Nahen Osten kostete das Unternehmen spĂŒrbar Wachstum. Organisch legte der Umsatz um 3,7 Prozent zu — ohne die Störungen in der Region wĂ€ren es 5,2 Prozent gewesen. Der Kern-Umsatz sank wegen des starken Frankens auf 6,44 Milliarden Franken, wĂ€hrend die IFRS-Turnover bei 6,57 Milliarden Franken lag.

Marge leidet unter zwei Sonderfaktoren

Die operative Marge geriet unter Druck. Das bereinigte EBITDA fiel auf 583 Millionen Franken, die Marge sank von 9,3 auf 9,1 Prozent. Neben dem Nahost-Effekt drĂŒckten Anlaufkosten fĂŒr die neuen Flughafenoperationen in New York (JFK) und Shanghai-Pudong auf das Ergebnis. Rechnet man beide Sondereffekte heraus, hĂ€tte die Marge bei rund 9,5 Prozent gelegen — ein Hinweis darauf, dass das KerngeschĂ€ft stabiler lĂ€uft, als die Gesamtzahlen zunĂ€chst vermuten lassen.

Positiv fiel die Entwicklung des freien Cashflows aus. Nach 216 Millionen Franken im Vorjahreshalbjahr erwirtschaftete Avolta nun 207 Millionen Franken, wobei allein im zweiten Quartal 370 Millionen Franken zusammenkamen. Der Nettoverschuldungsgrad sank von 2,15 auf 2,07 mal EBITDA, parallel dazu kaufte das Unternehmen im laufenden Programm bereits Aktien im Wert von 106 Millionen Franken zurĂŒck — bei einem Gesamtvolumen von bis zu 225 Millionen Franken.

Expansion lÀuft weiter

Trotz der Belastungen expandiert Avolta munter weiter. Der Konzern sicherte sich eine zwölfjĂ€hrige Konzession am Flughafen Riga und stieg ĂŒber ein Food-&-Beverage-GeschĂ€ft am Flughafen Kansai in den japanischen Markt ein. Die Übernahme von DFS Okinawa soll das Ergebnis sofort stĂ€rken und steht kurz vor dem Abschluss.

Am Flughafen JFK eröffnete Avolta das erste Eataly in einem nordamerikanischen Terminal, wÀhrend die Kundenbindungsplattform Club Avolta mittlerweile 20 Millionen Mitglieder zÀhlt. Die Partnerschaft mit Air Canadas Aeroplan-Programm markiert zudem den ersten nordamerikanischen Airline-Loyalty-Deal des Konzerns.

FĂŒr den weiteren Jahresverlauf bestĂ€tigte das Management seine Mittelfristziele: organisches Wachstum von 5 bis 7 Prozent pro Jahr sowie eine Margenausweitung von 20 bis 40 Basispunkten. Im Juli lag das organische Wachstum bereits wieder bei 4,1 Prozent — ohne die Nahost-Effekte sogar bei 4,8 Prozent. Der Ramp-up an den FlughĂ€fen JFK und Pudong soll sich laut Unternehmensangaben im weiteren Jahresverlauf 2026 planmĂ€ĂŸig fortsetzen.

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