DXC Aktie: Gewinnplus, Prognose gekappt
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 23:38 Uhr | Redaktion boerse-global.deDXC ĂŒbertrifft im zweiten GeschĂ€ftsquartal die Erwartungen, kappt aber zugleich die Jahresziele. Der Markt reagierte nachbörslich deutlich: Die Aktie gab zusĂ€tzlich rund 13 Prozent nach. Auslöser sind schwache AuftragseingĂ€nge und ein vorsichtigerer Ausblick.
Zahlen besser, Substanz schwÀcher
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,67 Dollar, Analysten hatten mit 0,55 Dollar gerechnet. Der Umsatz erreichte 3,03 Milliarden Dollar und lag damit knapp ĂŒber der Erwartung. GegenĂŒber dem Vorjahr sank er organisch um vier Prozent, die bereinigte EBIT-Marge fiel auf 6,2 Prozent nach 8,0 Prozent.
Die QualitĂ€t des Ergebnisses relativiert sich: Eine einmalige VertragsĂ€nderung im VersicherungsgeschĂ€ft, die in der Prognose nicht eingeplant war, stĂŒtzte das Quartal. Ohne diesen Effekt lagen die Zahlen laut Management im Rahmen der eigenen Spanne.
AuftrÀge als Schwachpunkt
Das Auftragsvolumen sank um zehn Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar, das VerhĂ€ltnis von AuftrĂ€gen zu Umsatz lag bei 0,8. Besonders schwach liefen Nordamerika sowie GroĂbritannien und Irland. Finanzchef Rob Del Bene sprach bei groĂen Deals im britischen öffentlichen Sektor von Verzögerungen, nicht von Verlusten. Im Amerika-GeschĂ€ft gehe es dagegen auch um verlorene Projekte, der Wettbewerb habe sich verschĂ€rft.
CEO Raul Fernandez rĂ€umte ein, ein Teil der SchwĂ€che sei hausgemacht und liege an der VertriebsausfĂŒhrung. Kunden zögerten zudem, weil sie abwĂ€gen, ob klassische Software-Upgrades oder KI-gestĂŒtzte AnsĂ€tze sinnvoller sind. VertrĂ€ge wĂŒrden teils von fĂŒnf auf zwei Jahre verkĂŒrzt.
Neue Ziele fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr
FĂŒr das Gesamtjahr erwartet DXC nun einen organischen UmsatzrĂŒckgang von 5,0 bis 5,5 Prozent. Die bereinigte EBIT-Marge soll zwischen 5,75 und 6,25 Prozent liegen, der bereinigte Gewinn je Aktie zwischen 2,25 und 2,50 Dollar. Beim freien Cashflow peilt das Unternehmen rund 600 Millionen Dollar an.
FĂŒr das dritte Quartal rechnet DXC mit einem Umsatzminus von etwa sechs Prozent und 0,55 Dollar je Aktie. Die Planung unterstellt, dass die schwĂ€chere Auftragsumwandlung anhĂ€lt. FĂŒr 2028 prĂŒft das Management zusĂ€tzliche Kostensenkungen.
Verkauf der Versicherungssparte
Nach Marktspekulationen bestĂ€tigte DXC erstmals laufende GesprĂ€che ĂŒber einen möglichen Verkauf des VersicherungsgeschĂ€fts. Details nannte Fernandez nicht. Zuvor war von fortgeschrittenen Verhandlungen mit Eldridge Industries ĂŒber rund 2,4 Milliarden Dollar die Rede. Eine Einigung hat DXC nicht verkĂŒndet.
Die Sparte wuchs im Quartal um gut 23 Prozent, getrieben vom Einmaleffekt. Die Spekulation hatte die Aktie zuletzt in die NÀhe ihres Jahreshochs getragen. Im regulÀren Handel schloss sie bei 15,23 Dollar, nachbörslich fiel sie auf 13,26 Dollar.
Konkreter Termin ist die nĂ€chste Quartalsbilanz. Dort will Paul Taylor, der neue PrĂ€sident, seine Initiativen fĂŒr Vertrieb und AblĂ€ufe erlĂ€utern.
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