easyJet Aktie: Betriebsrat warnt vor Apollo-Folgen
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 21:58 Uhr | Redaktion boerse-global.deeasyJet erwartet den Abschluss der geplanten Apollo-Übernahme weiterhin bis Ende des ersten Quartals 2027. Daran hält das Unternehmen trotz des Widerstands seines Europäischen Betriebsrats fest, wie Reuters heute berichtet. Für Anleger stehen damit die noch ausstehenden Genehmigungen und die Einwände gegen die langfristige Absicherung der Fluggesellschaft im Mittelpunkt.
Der Europäische Betriebsrat lehnt die vorgeschlagene Übernahme ab. Nach Darstellung von Reuters befürchtet das Gremium, dass die Eigentümerstruktur die langfristige Widerstandsfähigkeit von easyJet schwächen könnte. Hinzu kommen Bedenken beim Schutz der Beschäftigten.
Die Zusicherungen für Mitarbeiter seien auf zwölf Monate begrenzt und nicht bindend. Damit richtet sich die Kritik nicht allein gegen die finanziellen Bedingungen des Angebots. Sie betrifft auch die Frage, welche Verlässlichkeit die vorgesehenen Schutzmaßnahmen nach einem Eigentümerwechsel bieten.
Genehmigungen und Abstimmungen bleiben entscheidend
Die Arbeitnehmervertretungen bewerten das Vorhaben allerdings nicht einheitlich. Gremien in Frankreich, Portugal und Spanien sprachen sich ebenfalls nicht für die Transaktion aus. Die Vertreter in Großbritannien und Deutschland verhielten sich zu deren finanziellen Bedingungen neutral. Diese Neutralität ist von einer umfassenden Zustimmung zur Übernahme zu unterscheiden.
easyJet erklärte, dass regulatorische Genehmigungen in einigen Rechtsräumen bereits vorliegen. Weitere Freigaben stehen noch aus. Der erwartete Abschluss bleibt somit ein Zeitplan und ist kein bereits vollzogener Eigentümerwechsel.
Das Unternehmen hat das Übernahmedokument für den empfohlenen Erwerb durch die von Apollo unterstützte Eagle Bidco veröffentlicht. Die Aktionärsversammlung und die gerichtlich angeordnete Versammlung werden in der Woche ab dem 9. November 2026 erwartet.
Daneben veröffentlichte easyJet überarbeitete Unterlagen zur Zwischenfinanzierung der Transaktion. Dazu gehören eine Vereinbarung über Zwischenfinanzierungslinien und eine Finanzierungszusage. Diese Dokumente betreffen die Finanzierung; die Einwände der Arbeitnehmervertretungen richten sich dagegen gegen Struktur und Schutzvorkehrungen.
Höhere Treibstoffkosten belasten die Planung
Parallel zur Übernahme muss easyJet seine operative Planung an gestiegene Kerosinkosten anpassen. Vorstandschef Kenton Jarvis kündigte am 8. Oktober an, im Winter bis zu 700.000 zusätzliche Sitzplätze zu streichen.
Jarvis warnte außerdem, weitere Treibstoffpreissteigerungen könnten höhere Flugpreise nach sich ziehen. Für Anleger laufen damit zwei Themen nebeneinander: die noch nicht abgeschlossene Übernahme und der Kostendruck im Flugbetrieb. Der bekräftigte Abschlusszeitplan beseitigt weder die offenen Genehmigungsschritte noch die Vorbehalte der Beschäftigtenvertretungen.
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