Ecovyst, Aktie

Ecovyst Aktie: Prognose zum zweiten Mal angehoben

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 11:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach einem starken Umsatzplus erhöht Ecovyst die EBITDA-Ziele für 2026; zugleich sank die Marge im dritten Quartal.
Moderne Industrieanlage bei Sonnenuntergang als Symbol für wirtschaftliches Wachstum und industrielle Effizienz Illustration mit AI erstellt.

Ecovyst hat im dritten Quartal die Erwartungen übertroffen und hebt die Jahresziele erneut an. Der Umsatz sprang auch dank der Übernahme von Calabrian um gut die Hälfte nach oben. Die Marge allerdings schrumpfte deutlich.

Umsatz über Erwartung, Ergebnis nur leicht besser

Der Spezialchemiekonzern setzte 308,6 Millionen Dollar um, ein Plus von 51 Prozent. Analysten hatten mit rund 282 Millionen Dollar gerechnet. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,23 Dollar nach erwarteten 0,21 Dollar.

Ein großer Teil des Umsatzsprungs ist allerdings Durchreiche: Höhere Schwefelkosten von rund 67 Millionen Dollar gibt Ecovyst an die Kunden weiter. Das bereinigte EBITDA wuchs mit 61,2 Millionen Dollar nur um 6 Prozent. Die entsprechende Marge sank von 28,1 auf 19,8 Prozent.

Als Treiber nennt Konzernchef Kurt Bitting solide Raffineriemargen und stärkere Exportnachfrage, die den Absatz regenerierter Schwefelsäure stützten. Auch bei Frischsäure legte der Umsatz zu, getragen von der Bergbaunachfrage. Calabrian, am 30. Juni übernommen, steuerte erstmals ein volles Quartal bei und liege laut Management im Plan.

Höhere Ziele für 2026

Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen nun ein bereinigtes EBITDA von 208 bis 212 Millionen Dollar, zuvor waren es 195 bis 207 Millionen. Der Umsatz soll auf 1,05 bis 1,07 Milliarden Dollar steigen. Beim bereinigten Free Cashflow peilt Ecovyst 50 bis 60 Millionen Dollar an.

Teil der Anhebung ist die Verschiebung einer Wartung vom vierten Quartal in das Frühjahr 2027. Das Management rechnet bis Jahresende mit hoher Raffinerieauslastung und gesunder Nachfrage. Vorsichtig bleibt es bei ungeplanten Ausfällen von Raffineriekunden. Ein deutlicher Rückgang des Schwefelpreises könnte zudem kurzfristig Lagerabbau bei Kunden auslösen.

Bilanz und Aktienrückkäufe

Die Übernahme hat Spuren in der Bilanz hinterlassen. Die Nettoverschuldung stieg auf das 2,1-Fache des EBITDA, Ende 2025 war es das 1,2-Fache. Die liquiden Mittel schrumpften auf 71,2 Millionen Dollar.

Parallel dazu setzt Ecovyst den Rückkauf eigener Aktien fort. Im dritten Quartal flossen 2,7 Millionen Dollar in den Rückkauf zu durchschnittlich 10,25 Dollar je Aktie. Für das zweite Halbjahr 2026 beabsichtigt das Unternehmen Rückkäufe von insgesamt bis zu 20 Millionen Dollar. Das Programm verpflichtet den Konzern jedoch zu keiner bestimmten Menge.

Die Aktie schloss am Vortag bei 9,97 Dollar und zeigte nachbörslich zunächst keine Reaktion. Heute stellt das Management die Zahlen in einer Telefonkonferenz vor, in der sich zeigen dürfte, wie es die Margenentwicklung nach der Calabrian-Integration einordnet.

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