EDP, Jahresprognose

EDP: Jahresprognose für 2026 angehoben

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 14:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

EDP senkt am Montag um 3,7 Prozent, während Halbjahreszahlen und angehobene Ziele für 2026 die operative Stärke des Versorgers belegen.

Photorealistic hydropower dam on the Douro River with Portuguese granite gorge and vineyard terraces
EDP PTEDP0AM0009 photorealistic hydropower dam Douro River Portugal granite gorge terraced vineyards Illustration mit AI erstellt.

Die Aktie von EDP-Energias de Portugal verzeichnet am heutigen Montag einen deutlichen Rücksetzer. Nachdem das Papier erst am Freitag ein neues 52-Wochen-Hoch markiert hatte, gibt der Kurs heute um 3,7 % auf 4,61 € nach.

Dieser Rückgang erfolgt ohne unternehmensspezifische Negativmeldungen und steht im Kontext eines allgemein volatilen Marktumfelds, das insbesondere durch steigende Ölpreise und Unsicherheiten im Technologiesektor belastet wird. Trotz der aktuellen Gewinnmitnahmen blickt der Versorger auf ein operativ starkes erstes Halbjahr und eine angehobene Jahresprognose zurück.

Deutliche Anhebung der Jahresziele

Bereits Ende Juli reagierte die Konzernleitung auf die positive operative Entwicklung und hob die Ziele für das Gesamtjahr 2026 signifikant an. Medienberichten zufolge rechnet das Unternehmen nun mit einem wiederkehrenden EBITDA von 5,3 Milliarden Euro.

Zuvor lag die Prognosebandbreite noch zwischen 4,9 und 5,0 Milliarden Euro. Auch beim wiederkehrenden Nettogewinn zeigt sich das Management optimistischer: Dieser soll im laufenden Turnus etwa 1,4 Milliarden Euro erreichen, was eine Steigerung gegenüber der ursprünglichen Schätzung von 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro bedeutet.

Diese Zuversicht stützt sich unter anderem auf die Ergebnisse des ersten Halbjahres 2026. In diesem Zeitraum erzielte EDP ein wiederkehrendes EBITDA von 2,7 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 5 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Der wiederkehrende Nettogewinn belief sich auf 753 Millionen Euro.

Besonders das starke Netzgeschäft und verbesserte Bedingungen für die Wasserkraftwerke auf der Iberischen Halbinsel trugen zu diesem Ergebnis bei. Die Füllstände der dortigen Reservoirs lagen im Juli über den historischen Durchschnittswerten, was die Energieerzeugung begünstigte.

Strategische Fortschritte bei erneuerbaren Energien

Ein wesentlicher Pfeiler der Konzernstrategie bleibt der Ausbau der erneuerbaren Energien durch die Tochtergesellschaft EDP Renewables. Für die zweite Jahreshälfte 2026 sind bereits mehr als 85 % der erwarteten Erzeugung durch langfristige Verträge oder Hedging-Geschäfte preislich abgesichert. Dies bietet dem Unternehmen eine hohe Planungssicherheit gegenüber Schwankungen am Strommarkt.

Parallel dazu setzt EDP sein Programm zur Asset-Rotation fort. Hierbei erwartet der Konzern Gewinne am oberen Ende der anvisierten Spanne von 200 bis 300 Millionen Euro, konkret werden rund 300 Millionen Euro angestrebt.

Auch im Bereich der industriellen Anwendung treibt EDP die Dekarbonisierung voran. Am Freitag wurde in Portugal ein neues Projekt zur industriellen Wärmeelektrifizierung in Zusammenarbeit mit dem Partner Paper Prime in Betrieb genommen. Solche Initiativen unterstreichen das Bestreben des Versorgers, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und neue Geschäftsfelder im Bereich der grünen Energieversorgung zu erschließen.

Einordnung der aktuellen Marktlage

Trotz des heutigen Kursrückgangs zeigt die langfristige Tendenz der Aktie weiterhin eine positive Dynamik. Im Vergleich zum längerfristigen Trend notiert das Papier 5,3 % über dem 200-Tage-Durchschnitt, was auf eine intakte Aufwärtsbewegung hindeutet.

Unterstützt wird dieser Trend durch die Erwartung höherer Forward-Strompreise für die zweite Jahreshälfte, welche die Ertragskraft des Versorgers zusätzlich stützen könnten. Anleger bewerten derzeit das Verhältnis zwischen den soliden Fundamentaldaten und den makroökonomischen Risiken neu, wobei die fundamentale Aufstellung von EDP durch die jüngste Guidance-Erhöhung gestärkt wurde.

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