Eiffage Aktie: Sun’R erhält Zuschlag für sieben Solarprojekte
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 16:21 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie französische Energieregulierungsbehörde hat der Eiffage-Tochter Sun’R in der jüngsten Ausschreibungsrunde für Freiflächen-Solaranlagen einen vollständigen Erfolg beschert. Sämtliche sieben eingereichten Solarprojekte mit einer Gesamtkapazität von 64 Megawatt-Peak (MWp) erhielten den Zuschlag.
Der Baukonzern verbindet dabei den Ausbau der Erneuerbaren direkt mit seinem bestehenden Portfolio: Die konzerneigenen Autobahnkonzessionen treten bei Projekten mit einem Volumen von 12 MWp als Partner auf. An der Börse notiert das Papier heute bei 99,96 Euro.
Solarausbau entlang der Verkehrswege
Der Erfolg bei der staatlichen Ausschreibung stärkt die Strategie des Konzerns, Infrastrukturprojekte enger mit der Energiewende zu verzahnen. Sun’R realisiert nun Vorhaben, die die Erzeugung von grünem Strom mit den Liegenschaften des Mutterkonzerns kombinieren.
Die Einbindung von Autobahnflächen für Anlagen mit 12 MWp zeigt, wie Eiffage ungenutzte Randstreifen und Verkehrsareale erschließt, um zusätzliche Wertschöpfung neben dem klassischen Mautgeschäft zu generieren.
Parallel treibt das Unternehmen auch das traditionelle Baugeschäft voran. Am gestrigen Mittwoch erfolgte der Spatenstich für den künftigen Hauptsitz des Hafens Marseille Fos, an dessen Zeremonie Konzernvertreter teilnahmen und der das Bauvorhaben in die Ausführungsphase überführte.
Steuerpläne belasten das Konzessionsgeschäft
Trotz der operativen Impulse bleibt das Marktumfeld für den Infrastrukturbetreiber anspruchsvoll. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 18 Prozent. Ursache für die jüngste Schwächeperiode ist vor allem die französische Haushaltspolitik.
Im Haushaltsentwurf fĂĽr 2027 plant die Regierung in Paris eine Anhebung der TEITLD-Steuer auf Fernverkehrsinfrastruktur-Konzessionen von bislang 4,6 Prozent auf bis zu 12,2 Prozent.
Medienberichten zufolge hatte diese angekündigte Mehrbelastung Ende September zu deutlichen Kursverlusten bei Eiffage und dem Konkurrenten Vinci geführt, da Anleger spürbare Einbußen bei den Erlösen aus den Autobahn- und Flughafenkonzessionen fürchten.
Die Analysten von BNP Paribas Exane halten ungeachtet der fiskalischen Hürden an ihrer Einstufung mit „Outperform“ für Eiffage fest.
Mit dem aktuellen Niveau liegt der Titel lediglich 2,3 Prozent ĂĽber seinem 52-Wochen-Tief von 97,70 Euro. Ob die Initiativen bei den erneuerbaren Energien und der stabile Auftragsbestand ausreichen, um die politischen Belastungsfaktoren im Heimatmarkt auszugleichen, wird die weitere Kursentwicklung der kommenden Monate bestimmen.
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