Enagas Aktie: CNMC beschließt Vergütung bis 2032
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 15:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Spaniens Wettbewerbs- und Regulierungsbehörde CNMC hat den verbindlichen Vergütungsrahmen für den nationalen Gassektor für die Regulierungsperiode von 2027 bis 2032 beschlossen. Für den Fernleitungsnetzbetreiber Enagás bringt das Regelwerk Klarheit über die künftigen Erträge im spanischen Heimatmarkt.
Die finanzielle Rendite für die Kernaktivitäten rund um Gastransport, Regasifizierung und die technische Systemverwaltung wurde auf 6,46 Prozent festgesetzt. Die Neuregelung tritt am 1. Oktober in Kraft.
Deutliche Anhebung gegenüber der Vorperiode
Mit dem Beschluss steigt der Vergütungssatz für das Gastransportnetz spürbar an. In der noch laufenden Periode von 2021 bis 2026 lag der Satz für die Übertragungs- und Regasifizierungsinfrastruktur bei 5,44 Prozent.
Die Aufsichtsbehörde behielt damit ihren ursprünglichen Vorschlag für die Kerninfrastruktur unverändert bei. Für die Gasverteilung und Zählersysteme billigte die Behörde hingegen 6,87 Prozent zu, nachdem in einer früheren Anhörungsphase noch 6,67 Prozent im Raum gestanden hatten.
Die Entscheidung fiel im Rat der Aufsichtsbehörde allerdings nicht einstimmig. Mehrere Mitglieder gaben Sondervoten zur Methodik und zur Zinsfestsetzung ab. Der Branchenverband Sedigas hatte im Vorfeld Nachbesserungen an den regulatorischen Parametern angemahnt. Auch auf Seiten der Gasverteiler regte sich Kritik, da die Vergütungssätze für Digitalisierungsinvestitionen bei fünf Prozent verharren und Erhöhungsforderungen abgewiesen wurden.
Abstand zur Strombranche bleibt bestehen
Ein zentraler Streitpunkt im spanischen Markt war der Vergleich mit dem Elektrizitätssektor. Die nun festgelegte Rendite von 6,46 Prozent für die Gasinfrastruktur liegt um zwölf Basispunkte unter dem Satz, den die CNMC für den Stromtransport und die Stromverteilung im Zeitraum von 2026 bis 2031 mit 6,58 Prozent festgelegt hatte.
Vertreter der Gaswirtschaft hatten für eine Gleichbehandlung der Energieträger plädiert, um Investitionen in die Umrüstung der Netze nicht zu benachteiligen.
Für Enagás bedeutet der Beschluss dennoch das Ende einer längeren Phase regulatorischer Unsicherheit. Neben dem bestehenden Erdgasnetz bereitet das Unternehmen den Aufbau von Infrastrukturen für Wasserstoff vor, darunter nationale Trassenprojekte mit künftigen Anbindungen an europäische Nachbarländer.
An der Börse zeigte sich das Papier nach der Entscheidung stabil. Die Aktie von Enagás beendete den Handel am Freitag bei 16,81 Euro und verbucht seit Jahresanfang ein Kursplus von 28 Prozent.
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