Encavis Aktie: 68,55% für KKR-Übernahme angedient
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 03:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Hamburger Solar- und Windparkbetreiber Encavis baut seine Kapazitäten in Europa aus und setzt dabei verstärkt auf neue Speichertechnologien.
Während das operative Geschäft durch Zukäufe in Deutschland und Italien sowie neue Finanzierungsstrukturen an Fahrt gewinnt, rückt die geplante Übernahme durch den Investor KKR in die entscheidende Phase. Mit dem Überschreiten der Mindestannahmeschwelle steuert das Unternehmen auf einen möglichen Rückzug vom Aktienmarkt zu.
Diversifizierung durch erste große Batteriespeicher in Italien
Am 11. August gab Encavis den Erwerb eines Batteriespeicherprojekts in der italienischen Region Latium bekannt. Das Projekt in Ceprano, das von ReFeel New Energy übernommen wurde, verfügt über eine installierte Leistung von rund 65 Megawatt und eine Speicherkapazität von etwa 260 Megawattstunden.
Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2028 vorgesehen. Wie Reuters berichtete, wird der Verkäufer ReFeel New Energy von Gresham House Europe und der ReFeel Group unterstützt.
Für Encavis markiert dieser Schritt eine Erweiterung des italienischen Portfolios, das bisher primär auf Solarenergie fokussiert war. Es handelt sich um den ersten großen Batteriespeicher des Unternehmens in Italien.
Parallel dazu setzt der Konzern seine Expansion im Bereich der Windkraft fort. So wurde am 11. August der Erwerb des 80 Megawatt starken Windparks Vietlübbe in Deutschland gemeldet. Zudem übernahm Encavis im Rahmen der Kooperation mit PNE den Windpark Bebensee mit einer Leistung von 34 Megawatt.
Rekordkapazitäten und gestärkte Finanzstruktur
Das operative Wachstum spiegelt sich in den jüngsten Geschäftszahlen wider. Für das Jahr 2025 berichtete Encavis von einem Rekordjahr, in dem die Kapazität um 854 Megawatt gesteigert werden konnte. Damit befinden sich nun insgesamt 3,3 Gigawatt an installierter Gesamtkapazität am Netz.
Um dieses Wachstum zu flankieren, hat das Unternehmen seine finanzielle Flexibilität durch eine Refinanzierung der Verschuldung erhöht, die erstmals auch eine Privatplatzierung im Investment-Grade-Bereich umfasste.
Zusätzlich sicherte sich das Unternehmen Projektfinanzierungen. Für das spanische Aragón-Portfolio mit einer Leistung von 199 Megawatt wurde eine Non-recourse-Finanzierung über 135 Millionen Euro abgeschlossen.
Für den Erwerb des italienischen Solarportfolios Giotto, das 265 Megawatt umfasst, stellte Encavis eine Brückenfinanzierung in Höhe von 200 Millionen Euro sicher. Auch auf der Einnahmenseite wurden langfristige Sicherheiten geschaffen: Mit dem Unternehmen Alfa Laval vereinbarte Encavis eine Stromabnahmevereinbarung mit einer Laufzeit von zehn Jahren.
Milliardenschwere Übernahme durch KKR rückt näher
Während Encavis operativ expandiert, schreitet die Übernahme durch die von KKR kontrollierte Elbe BidCo AG voran. Medienberichten zufolge hat der Bieter die Mindestannahmeschwelle des freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots bereits deutlich überschritten. Demnach wurden rund 68,55 Prozent der Aktien angedient. Der gesamte Transaktionswert wird auf rund 2,8 Milliarden Euro beziffert.
Nach dem Vollzug der Übernahme plant KKR, Encavis von der Börse zu nehmen. Trotz des bevorstehenden Eigentümerwechsels setzt das Unternehmen seine Strategie fort. Neben den Großprojekten in Italien und Deutschland wurde kürzlich auch ein kleineres Batteriespeichersystem mit 15 Megawatt in den Niederlanden in Betrieb genommen.
Zudem konnte sich Encavis im italienischen Energy-Release-2.0-Programm ein Vergabevolumen sichern.
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