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Erste Bank Aktie: Polen-Tochter wechselt zu POLSTR

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 04:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Erste Bank Polska nutzt für neue Hypotheken künftig POLSTR; zugleich plant die Erste Group, ihre Beteiligung auf bis zu 75 Prozent auszubauen.

Erste Group stellt polnische Hypotheken auf POLSTR um
Moderne Glasfassade eines Bankgebäudes in der Dämmerung Illustration mit AI erstellt.

Im polnischen Bankenmarkt setzt der österreichische Finanzkonzern auf operative Erneuerung. Die Tochtergesellschaft Erste Bank Polska stellt am heutigen Samstag die Vergabe neuer Hypothekendarlehen auf den Referenzzinssatz POLSTR 1M um.

Der neue Maßstab ersetzt den bisher gebräuchlichen WIBOR 3M und sieht künftig eine monatliche Zinsanpassung vor. Für Neukunden bedeutet dies eine veränderte Zinsberechnung, während bestehende Kreditverträge auf WIBOR-Basis davon unberührt bleiben.

Neuer Zinsmaßstab im Retailgeschäft

Der Wechsel zu dem neuen Zinsindikator folgt den Reformen der nationalen Referenzzinssätze in Polen. Für das Geldhaus bedeutet die Umstellung eine zeitnahe Anpassung an die Entwicklungen am Geldmarkt.

Durch die monatliche Taktung lassen sich Zinsrisiken im Neugeschäft präziser steuern. Gleichzeitig festigt die Bank damit ihre Rolle als einer der führenden Akteure im polnischen Bankensektor, der sein Kreditportfolio schrittweise an modernisierte Standards heranführt.

Ausbau der Beteiligung vorbereitet

Der operative Schritt fügt sich in die übergeordnete Wachstumsstrategie für Osteuropa ein. Vor gut drei Wochen gab der Konzern die Absicht bekannt, die Beteiligung an der Erste Bank Polska über ein freiwilliges Barübernahmeangebot auszubauen.

Vorgesehen ist der Erwerb weiterer Anteile, um die bestehende Position auf eine klare Kontrollmehrheit von bis zu 75 Prozent anzuheben. Für die Transaktion ist ein Barpreis von rund 713 Zloty je Aktie vorgesehen.

Der Beginn der Annahmefrist ist für Anfang November 2026 avisiert, während der formelle Abschluss im Dezember 2026 erwartet wird. Um die Transaktion erfolgreich abzuschließen, bedarf es noch der Genehmigung durch die polnische Finanzaufsicht. Zudem soll sichergestellt werden, dass ein relevanter Teil der Anteile weiterhin im freien Börsenhandel verbleibt.

Solide Eigenmittel tragen die Expansion

Die Finanzierung des Anteilserwerbs soll vollständig aus eigener Kraft erfolgen. Für die harte Kernkapitalquote peilt das Management nach Vollzug der Transaktion einen Wert von über 14,25 Prozent an. Im ersten Halbjahr wies der Konzern eine Quote von 15,2 Prozent aus, womit ein komfortabler Puffer zu den aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen gewahrt bliebe.

Damit unterstreicht das Institut, dass die Expansion in Polen ohne Abstriche bei der Bilanzstabilität umgesetzt werden kann. Die Gruppe wahrt ihren finanziellen Spielraum, während sie den Zugriff auf das operative Ergebnis der drittgrößten Bank Polens signifikant verstärkt.

Am Aktienmarkt schloss das Papier der Erste Group am Freitag bei 123,60 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursplus damit auf rund 20 Prozent. Die Kombination aus operativer Modernisierung und strategischer Mehrheitssicherung in Polen untermauert das fundamentale Profil der Bank im zentraleuropäischen Raum.

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