Ethereum: PlatĂ„berget-Testnet fĂŒr Glamsterdam gestartet
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 04:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Entwicklung des Ethereum-Netzwerks tritt in eine entscheidende Phase ein. WĂ€hrend die Kernentwickler das groĂe âGlamsterdamâ-Upgrade offiziell auf das vierte Quartal 2026 verschoben haben, begannen gestern die praktischen Vorbereitungen mit dem Start des öffentlichen Testnetzes PlatĂ„berget. Diese Testumgebung dient als Probelauf fĂŒr grundlegende ProtokollĂ€nderungen, bevor die Aktualisierung im Hauptnetz implementiert wird.
Technischer Meilenstein trotz Zeitplan-Verschiebung
Der gestrige Start von PlatĂ„berget markiert den ersten Schritt einer mehrstufigen Testsequenz, auf die weitere Netzwerke wie Sepolia und Hoodi folgen sollen. FĂŒr den kommenden Donnerstag ist bereits der entsprechende Software-Fork im Testnetz geplant. Ein zentraler Bestandteil des Glamsterdam-Pakets ist die Anpassung des Gas-Repricing, wobei ein Zielwert von etwa 200 Millionen Gas angestrebt wird.
ZusĂ€tzlich integriert das Upgrade technologische Neuerungen wie das âEnshrined Proposer-Builder Separationâ (ePBS) ĂŒber den Vorschlag EIP-7732 sowie Block-Level Access Lists.
FĂŒr Entwickler von dezentralen Anwendungen bringt die Umstellung erhebliche KapazitĂ€tserweiterungen mit sich: Die maximale VertragsgröĂe soll von 24 KiB auf 64 KiB steigen, wĂ€hrend der zulĂ€ssige Initcode von 48 KiB auf 128 KiB verdoppelt wird. Diese Ănderungen erfordern von Programmierern eine umfassende Anpassung ihrer Tools und Gas-Kalkulationen.
Hegotå-Upgrade und neue SkalierungsansÀtze
Parallel zur Arbeit an Glamsterdam konkretisieren sich die PlĂ€ne fĂŒr das darauffolgende âHegotĂĄâ-Upgrade, das fĂŒr das Jahr 2027 vorgesehen ist. Die Entwickler prĂŒfen derzeit eine Liste von 66 VerbesserungsvorschlĂ€gen (EIPs).
Bis zum 27. August soll eine erste Auswahl getroffen werden, woraufhin die Client-Teams bis zum 10. September ihre Priorisierungen einreichen mĂŒssen. Als bisher einzige gesetzte Komponente gilt FOCIL (EIP-7805), ein Mechanismus zur StĂ€rkung der Zensurresistenz.
GroĂe Aufmerksamkeit genieĂt zudem ein VorstoĂ von Ethereum-MitbegrĂŒnder Vitalik Buterin. Er unterstĂŒtzt ein hybrides Skalierungsmodell, das sich am âUtreexoâ-Konzept von Bitcoin orientiert.
Durch die EinfĂŒhrung nativer UTXOs (Unspent Transaction Outputs) könnte der fĂŒr Zahlungen benötigte Speicherzustand des Netzwerks um bis zu 99,8 Prozent reduziert werden. Dieser Ansatz hĂ€ngt jedoch von der Integration von EIP-8141 ab, einem Vorschlag fĂŒr sogenannte âFrame Transactionsâ, der derzeit fĂŒr das HegotĂĄ-Update erwogen wird.
Institutionelles Interesse und Marktlage
Trotz der technologischen Fortschritte zeigt sich der Kurs von Ethereum verhalten. Die KryptowÀhrung notiert aktuell bei 1.912,14 USD, was einem leichten Zuwachs von 0,4 Prozent am heutigen Handelstag entspricht. Damit liegt der Wert jedoch weiterhin rund 4,8 Prozent unter seinem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt, was die anhaltende Konsolidierungsphase unterstreicht.
Im institutionellen Bereich setzen GroĂanleger dennoch verstĂ€rkt auf den Vermögenswert. Das Unternehmen BitMine erwarb in der vergangenen Woche weitere 9.926 ETH fĂŒr rund 19 Millionen USD und kontrolliert damit nun etwa 5,815 Millionen ETH â dies entspricht 4,8 Prozent des gesamten Umlaufs.
WĂ€hrend die US-Spot-ETFs in der letzten Woche NettoabflĂŒsse in Höhe von 2,26 Millionen USD verzeichneten, weitet JPMorgan seine Dienstleistungen aus. Die Bank akzeptiert Ethereum seit MĂ€rz 2026 als Kreditsicherheit ĂŒber ihre Plattform Kinexys, wobei Beleihungsquoten von 50 bis 70 Prozent gewĂ€hrt werden. Auch Morgan Stanley hat den Handel fĂŒr berechtigte Kunden ĂŒber E*TRADE vollstĂ€ndig freigeschaltet.
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