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EURO STOXX 50: Europa profitiert vom Wahlausgang

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 15:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der EURO STOXX 50 gewinnt fast 2 Prozent; SĂŒdeuropas MĂ€rkte steigen stĂ€rker, wĂ€hrend Inflation und Zinsen belasten.
BĂŒrogebĂ€ude in einem europĂ€ischen Finanzviertel bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt.

Nach den US-Zwischenwahlen kehrt an Europas Börsen Erleichterung ein. Die Demokraten ĂŒbernehmen beide Kammern des Kongresses, an der Wall Street dĂ€mpft das die Stimmung, in Europa greifen Anleger dagegen zu. Der EURO STOXX 50 legt um fast 2 Prozent zu, die VolatilitĂ€t geht deutlich zurĂŒck.

SĂŒdeuropa vorn, Wall Street zögert

Noch stĂ€rker als der Leitindex steigen die Börsen in Italien und Spanien. Sie gewinnen zwischen 2,5 und 3 Prozent. Parallel dazu fließt Kapital in US-Staatsanleihen, der US-Dollar gibt spĂŒrbar nach.

An der Wall Street bleibt die ZurĂŒckhaltung im Technologiesektor bestehen. Marktbeobachter verweisen auf Sorgen vor möglichen KĂŒrzungen bei den Ausgaben fĂŒr kĂŒnstliche Intelligenz. Diese Investitionen gelten als wichtiger Konjunkturtreiber: Die Bank of America rechnet fĂŒr dieses Jahr mit Ausgaben großer Technologiekonzerne von 860 Milliarden Dollar.

Inflation und Zinsen bleiben Gegenwind

Die Makrodaten machen die Lage fĂŒr die EuropĂ€ische Zentralbank nicht leichter. Die Inflation in der Eurozone zieht an, zugleich schwĂ€cheln die Einkaufsmanagerindizes. Die EZB hat ihre Leitzinsen 2026 bereits zweimal um jeweils 0,25 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent angehoben. Schwedens Riksbank erhöhte den Leitzins nun ebenfalls um 25 Basispunkte.

Auch am Anleihemarkt steigt der Druck. ZehnjĂ€hrige Bundesanleihen rentieren zuletzt mit 3,52 Prozent. Sinkende Kurse bei Anleihen stehen damit einem robusten Aktienjahr gegenĂŒber.

Gewinne tragen den Index

In den ersten drei Quartalen gewann der EURO STOXX 50 insgesamt 9,9 Prozent. Der S&P 500 legte um 15,4 Prozent zu, der NASDAQ sogar um 24,8 Prozent. Europa hinkt also hinterher, liefert aber beim Gewinnwachstum: Es lag zuletzt bei 18 Prozent.

Die OECD erwartet fĂŒr Europa 2026 allerdings nur ein Wachstum von 1 Prozent. Hohe Energie- und Arbeitskosten sowie Regulierung bremsen das Potenzial. Vermögensverwalter halten weitere Kursgewinne fĂŒr möglich, sofern Energiepreise und Anleiherenditen nicht nochmals deutlich steigen.

Bei sinkenden KI-Investitionen drohen dagegen spĂŒrbare RĂŒckschlĂ€ge. Bei seitwĂ€rts laufenden Ölpreisen könnte sich die Inflation zwischen 3 und 3,5 Prozent stabilisieren. FĂŒr die Eurozone wĂ€ren dann höchstens ein bis zwei weitere Zinsschritte zu erwarten.

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