Eutelsat Aktie: Über 10 Mrd. Euro aus IRIS² erwartet
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 06:33 Uhr | Redaktion boerse-global.deEutelsat erwartet aus kommerziellen IRIS²-Diensten zwischen 2032 und 2040 Einnahmen von mehr als 10 Mrd. Euro. Das berichtet Reuters heute. Die Perspektive reicht damit weit über den gerade begonnenen Bau des europäischen Satellitennetzes hinaus. Kurzfristig gleicht das Wachstum im Geschäft mit erdnahen Satelliten den Rückgang im Videobereich allerdings noch nicht aus.
Für Anleger sind deshalb zwei Entwicklungen auseinanderzuhalten: IRIS² eröffnet langfristige Umsatzchancen, während das bestehende Geschäft zunächst wieder auf Wachstumskurs kommen muss. Die gestern veröffentlichten Quartalszahlen zeigen diese Spannung deutlich.
Bauaufträge sind noch keine Diensteinnahmen
Mit dem Eintritt von IRIS² in die Bauphase hat Eutelsat einen zugehörigen Auftragsbestand von 8,9 Mrd. Euro erfasst. Diese Entwicklungs- und Bauerlöse sollen laut Reuters überwiegend zwischen 2027 und 2031 verbucht werden.
Sie sind von den später erwarteten kommerziellen Diensteinnahmen zu unterscheiden. Der hohe Bauauftragsbestand bedeutet somit nicht, dass das Netz bereits im laufenden Betrieb entsprechende Erlöse erwirtschaftet. Er bildet zunächst den Aufbau der Infrastruktur ab.
Der gesamte Auftragsbestand erreichte zum 30. September 12,1 Mrd. Euro. Erste Satellitenstarts für IRIS² sind für 2029 geplant, erste Dienste werden ab 2030 erwartet.
Bis zu diesen Meilensteinen stehen Investitionen an. Die wirtschaftliche Bedeutung des Projekts liegt daher nicht allein in den erwarteten Einnahmen, sondern ebenso im erforderlichen Kapitaleinsatz.
Eutelsat plant für die gemeinsame und kommerzielle IRIS²-Infrastruktur Investitionen von 3,39 Mrd. Euro im Zeitraum 2027 bis 2034. Die langfristige Erlösperspektive ist damit an einen mehrjährigen Ausbau gebunden.
Videorückgang belastet das laufende Geschäft
Im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2026–27 erzielte Eutelsat einen Gesamtumsatz von 286 Mio. Euro. Das entsprach einem berichteten Rückgang um 2,4 Prozent und einem vergleichbaren Minus von 0,9 Prozent.
Hinter dem moderaten Gesamtrückgang stehen gegenläufige Entwicklungen. Das Geschäft mit Konnektivität wächst, während Video deutlich nachgibt. Der Umbau der Umsatzstruktur verhindert bislang also keinen Rückgang auf Gruppenebene.
Der Videoumsatz sank vergleichbar um 17,8 Prozent auf 110 Mio. Euro. Als Gründe wurden unter anderem der Kapazitätsabbau bei Kunden und das Ende von Verträgen für russische Satelliten genannt. Der Rückgang soll sich allmählich abschwächen.
Den Gegenpol bildet das Geschäft mit erdnahen Satelliten. Es liefert einen wesentlichen Wachstumsbeitrag innerhalb der Konnektivität und bleibt damit zentral für die bestätigten Unternehmensziele.
Der LEO-Umsatz legte um 30,1 Prozent auf 70,9 Mio. Euro zu. Die Konnektivität insgesamt wuchs vergleichbar um 11,9 Prozent.
Bestätigte Ziele verlangen weitere Fortschritte
Eutelsat hält für das Geschäftsjahr 2026–27 an einem LEO-Umsatzwachstum von über 30 Prozent fest. Die Erlöse der vier operativen Bereiche sollen leicht steigen. Zugleich erwartet das Unternehmen Bruttoinvestitionen von rund 1,2 Mrd. Euro.
Die Bestätigung signalisiert, dass Eutelsat den schwächeren Quartalsauftakt nicht zum Anlass für eine Prognosesenkung nimmt. Sie setzt allerdings voraus, dass die Wachstumsbereiche die Belastung aus Video im weiteren Verlauf stärker auffangen.
Für das Geschäftsjahr 2028–29 bleiben operative Erlöse von 1,5–1,7 Mrd. Euro und eine EBITDA-Marge von über 60 Prozent das Ziel. Entscheidend ist damit die Verbindung beider Zeithorizonte: Wachstum im bestehenden Geschäft muss den Übergang zu den späteren IRIS²-Einnahmen tragen.
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