Evonik Aktie: Ad-hoc-Absage an BASF-Vorschlag
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 22:03 Uhr | Redaktion boerse-global.deEvonik hält an seiner Eigenständigkeit fest und lehnt Übernahmeverhandlungen mit BASF ab. Einen vertraulichen Austausch bietet er dennoch an – allerdings ausschließlich zur Information. Für Anleger ist diese Unterscheidung entscheidend: Gesprächsbereitschaft bedeutet hier keine Bereitschaft zu Verhandlungen über eine Übernahme.
Absage mit klarer Einschränkung
Nach der Stellungnahme des Vorstands liegt das Angebot „in seiner jetzigen Form“ nicht im besten Interesse von Evonik und seinen Stakeholdern. Die Formulierung richtet sich damit gegen den vorgelegten Vorschlag. Sie ist weder eine Zustimmung zu weiteren Verhandlungen noch eine pauschale Aussage über jede denkbare Ausgestaltung einer Transaktion.
Evonik stellt stattdessen die Weiterentwicklung als eigenständiges Unternehmen in den Vordergrund. Der angebotene rein informative Austausch ändert an dieser Position nichts. Inhaltlich trennt der Vorstand damit zwei Ebenen: Informationen vertraulich auszutauschen und über ein konkretes Übernahmeangebot zu verhandeln. Nur für die erste Ebene hat er Bereitschaft signalisiert.
Das vor rund zwei Wochen erhöhte BASF-Angebot beläuft sich Medienberichten zufolge auf 24 € je Aktie. Evoniks eigene Ad-hoc-Mitteilung nennt dagegen keinen Angebotspreis. Die Preisangabe ist deshalb von der bestätigten Aussage des Vorstands zu unterscheiden: Gesichert ist dessen Ablehnung des Vorschlags in seiner vorgelegten Form.
Aus der Kursbewegung allein lässt sich allerdings weder eine Annäherung der Unternehmen noch eine veränderte Haltung des Evonik-Vorstands ableiten.
Zwei Positionen ohne Verhandlungsbasis
Auf der anderen Seite hatte BASF-Chef Markus Kamieth die Preisdisziplin seines Unternehmens betont. Reuters berichtete darüber am Mittwoch: BASF werde Evonik nicht um jeden Preis übernehmen und eine Transaktion nur verfolgen, wenn sie den BASF-Aktionären Wert bringe.
Damit stehen sich zwei unterschiedliche Maßstäbe gegenüber. Evonik begründet seine Ablehnung mit den Interessen des Unternehmens und seiner Stakeholder. BASF knüpft eine Transaktion an den Wert für die eigenen Aktionäre. Der vertrauliche Informationsaustausch ist vor diesem Hintergrund kein bestätigter Einstieg in Übernahmeverhandlungen.
Als nächster bestätigter Unternehmenstermin steht die Veröffentlichung der Quartalsmitteilung für Q3 2026 am 03.11.2026 an. Für die Einordnung des Übernahmevorstoßes bleibt unterdessen die erklärte Haltung maßgeblich: Evonik verfolgt die eigenständige Weiterentwicklung und hat Verhandlungen über den vorgelegten Vorschlag abgelehnt.
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