Evonik, Aktie

Evonik Aktie: BASF-Offerte über 10,3 Milliarden abgelehnt

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 17:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Berenberg und Parmantier & Cie. votieren für Halten; Evoniks strategische Zukunft bleibt offen.

Draufsicht auf Aktienzertifikat, ISIN-Karte DE000EVNK013 und Spezialchemie-Laborutensilien auf Marmor
Evonik Industries DE000EVNK013 als Flatlay mit Aktienzertifikat, ISIN-Karte und Chemielabor-Utensilien auf Marmor Illustration mit AI erstellt.

Für Evonik rückt die operative Standortbestimmung näher: Am 3. November 2026 will der Spezialchemiekonzern über die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal berichten, während das Unternehmen zugleich im Zentrum weitreichender strategischer Interessen steht. Mit einem Schlusskurs von 21,42 Euro summiert sich der Kursgewinn seit Jahresanfang auf 60 Prozent.

Abgewehrter Vorstoß aus Ludwigshafen

Die deutliche Aufwärtsbewegung der vergangenen Monate wurzelt in der Konsolidierungsdebatte der deutschen Chemiebranche. Evonik hatte den Eingang einer unverbindlichen Ansprache der BASF SE bezüglich eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots für sämtliche Aktien bestätigt.

Die Konzernführung lehnte den Vorstoß jedoch ab. Wie Reuters unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtete, wurde eine Offerte im Gesamtvolumen von 10,3 Milliarden Euro als zu niedrig zurückgewiesen.

Zurückhaltung beim Großaktionär

Wie das Handelsblatt meldete, legte sich das Kuratorium bei der Beurteilung der Annäherung nicht fest und verwies auf bilaterale Verhandlungen zwischen beiden Unternehmen. Gleichzeitig verlautete aus dem Umfeld von BASF, die Offerte sei nicht das letzte Wort, sollten Gespräche zustande kommen.

Debatte um politische Einflussnahme

Die Annäherungsversuche zogen auch die Landespolitik in die Diskussion. Während die SPD-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen die Prüfung einer Landesbeteiligung anregte, sprach sich die FDP-Fraktion gegen einen staatlichen Einstieg aus.

Die Liberalen forderten stattdessen eine Stärkung der industriellen Rahmenbedingungen durch bezahlbare Energie und den Abbau bürokratischer Hürden. Parallel dazu reduzierte der Investor AVGP Limited seine Stimmrechte am 24. September auf 2,81 Prozent.

Analysten passen ihre Kursziele an

Die jüngsten Entwicklungen führten auch bei Analysehäusern zu Neubewertungen. Berenberg stufte Evonik am Montag von „Sell“ auf „Hold“ hoch und hob das Kursziel auf 20 Euro an. Analyst Sebastian Bray begründete den Schritt damit, dass das Kaufinteresse dem Kurs selbst bei sinkenden Methioninpreisen einen Boden geben könne.

Zu einer ähnlichen Haltung gelangte Parmantier & Cie. Das Analysehaus vergab am Dienstag im Rahmen einer Branchenstudie das Votum „Halten“ mit einem Kursziel von 20,50 Euro.

Die Zielmarken der Experten bewegen sich damit nahe am aktuellen Marktniveau. Für Anleger verschiebt sich der Fokus vorerst auf die anstehenden Geschäftszahlen: Sie werden zeigen, wie robust sich das operative Geschäft präsentiert, während die strategische Zukunft des Spezialchemiekonzerns offen bleibt.

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