Evonik, Aktie

Evonik Aktie: Biologisch abbaubare Polymere für EUDRAGIT

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 05:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die neue Polymerplattform soll Arzneimittelhilfsstoffe verbessern; zugleich plant Evonik Stellenabbau und den Verkauf zweier Tochtergesellschaften.

Extreme Makrofotografie transparenter Silikagelkugeln und Polymerpartikel auf schwarzem Hintergrund
Evonik Industries DE000EVNK013 zeigt eine extreme Makroaufnahme transluzenter Spezialsilika-Kugeln auf dunklem Hintergrund Illustration mit AI erstellt.

Evonik richtet den Blick nach den Übernahmespekulationen der vergangenen Tage wieder auf das eigene Portfolio. Der Spezialchemikonzern entwickelt eine biologisch abbaubare Polymerplattform. Sie soll künftig als Basis für die nächste Generation der Hilfsstoffe der Marke EUDRAGIT dienen, die bei der oralen Verabreichung von Arzneimitteln zum Einsatz kommen.

Damit setzt der Essener Konzern ein operatives Signal in einem margenstarken Wachstumsfeld, während im Hintergrund grundlegende Weichenstellungen für die Konzernstruktur laufen.

Restrukturierung und Portfoliomaßnahmen im Plan

Die Innovation im Pharmabereich fügt sich in die strategische Neuausrichtung ein. Evonik hatte am 22. September die zweite Phase des Spar- und Effizienzprogramms „Evonik Tailor Made“ angekündigt. Demnach sollen ab 2027 weltweit 3.200 Arbeitsplätze wegfallen, davon rund 2.150 Stellen an den deutschen Standorten.

Parallel zum Stellenabbau treibt das Management die Trennung von Randbereichen voran. Die beiden Tochtergesellschaften Oxeno und Syneqt stehen offiziell zum Verkauf. Evonik will sich damit klarer auf wachstumsstarke Spezialchemikalien konzentrieren und zyklischere Geschäftsfelder ausgliedern.

Branchenfantasie und Analystenstimmen

An der Börse sorgte vor gut einer Woche vor allem das Interesse des Ludwigshafener Konkurrenten BASF für Bewegung. BASF und Evonik hatten Sondierungsgespräche bestätigt. Medienberichten zufolge wies Evonik eine Offerte von rund 22,15 Euro je Aktie als zu niedrig zurück und lehnte eine Due-Diligence-Prüfung ab.

Die Aktie schloss gestern bei 20,76 Euro und liegt seit Jahresanfang mit 55 Prozent im Plus. Damit notiert das Papier nur rund 1,0 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 20,98 Euro.

Analysten bewerten die Gemengelage aus operativer Neuausrichtung und Übernahmefantasie unterschiedlich. Analyst Sebastian Bray begründete den Schritt mit dem Übernahmeinteresse von BASF, das dem Kurs eine Untergrenze verleihen könne.

Am vergangenen Donnerstag beließ Deutsche Bank Research den Wert auf „Hold“ mit einem Kursziel von 18 Euro. Analystin Virginie Boucher-Ferte rechnet für das abgelaufene Jahresviertel mit einem operativen Ergebnis (EBITDA) von 640 Millionen Euro.

Konkrete Zahlen zum operativen Geschäftsverlauf liefert Evonik am 3. November mit der Veröffentlichung der Quartalsmitteilung für das dritte Quartal 2026.

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