Federal Agricultural Mortgage Aktie: Rekordquartal trotz Agrarstress
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 00:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Für die US-Landwirtschaft ist 2026 kein einfaches Jahr: Farmereinkommen sinken, Insolvenzen steigen, Finanzierungskosten bleiben hoch. Ausgerechnet in diesem Umfeld liefert Federal Agricultural Mortgage – bekannt als Farmer Mac – das stärkste Quartal seiner Firmengeschichte.
Rekordzahlen über Erwartungen
Das Unternehmen verdiente im zweiten Quartal 5,40 Dollar je Aktie – 0,62 Dollar mehr als die von Analysten erwarteten 4,78 Dollar. Der Umsatz kletterte auf 125,01 Millionen Dollar, rund elf Millionen über der Konsensschätzung, während die Eigenkapitalrendite auf 18,9 Prozent stieg, einer der besten Werte der Unternehmensgeschichte.
Auch bereinigt um Sondereffekte bleibt das Bild solide. Ohne eine Zinsnachzahlung von 7,4 Millionen Dollar aus einem zuvor notleidenden Kredit und eine Nachbuchung bei den Boni von 4 Millionen Dollar hätte der Gewinn bei rund 5,15 Dollar je Aktie gelegen – immer noch über der Prognose. Die Aktie reagierte entsprechend: Im regulären Handel legte der Kurs um 3,1 Prozent zu, nachbörslich kam ein weiterer Prozentpunkt hinzu, in Summe rund 4,4 Prozent über dem Vortagesschluss.
Mehr als nur Einmaleffekte
Das operative Fundament stützt den Erfolg. Das ausstehende Geschäftsvolumen erreichte einen Rekordwert von 37,2 Milliarden Dollar, ein Plus von 22 Prozent zum Vorjahr, getrieben von Farm-&-Ranch-Krediten sowie dem Ausbau der Infrastruktur-Finanzierung in erneuerbaren Energien und Breitband.
Um die Kapitaleffizienz zu steigern, sammelte Farmer Mac in diesem Quartal 100 Millionen Dollar über eine Vorzugsaktien-Serie ein. Für 2026 ist zudem ein Programm zur Übertragung von Kreditrisiken an Drittinvestoren geplant. Parallel dazu ging die neue Kreditplattform FLX für Farm-&-Ranch-Darlehen an den Start – sie soll laut Management die Skalierbarkeit des Geschäfts verbessern.
Risiken bleiben im Blick
Nicht alles ist Selbstläufer. Das Management rechnet für das Gesamtjahr mit einem Anstieg der Personalkosten von 20 bis 22 Prozent gegenüber 2025, wenngleich sich das Tempo im zweiten Halbjahr abschwächen soll. Die Effizienzquote soll trotzdem in der Zielspanne von 27 bis 29 Prozent bleiben.
Der Branchenhintergrund bleibt herausfordernd: Farmer-Insolvenzen sind gestiegen, das inflationsbereinigte Nettoeinkommen der US-Landwirtschaft soll 2026 um 2,6 Prozent sinken. Genau in diesem Umfeld positioniert sich Farmer Mac als Liquiditätsanker für Kreditgeber und Farmer gleichermaßen.
Den nächsten Test liefert das dritte Quartal, dessen Zahlen Farmer Mac im Herbst vorlegen will. Bis dahin dürfte vor allem der Fortschritt beim geplanten Kreditrisikotransfer-Programm im Fokus stehen, das laut Unternehmen die Eigenkapitalrendite weiter stützen soll.
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