Fermi Aktie: NRC empfiehlt Lizenz für Matador-Reaktoren
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 04:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die US-Atomaufsichtsbehörde NRC hat gestern einen wichtigen Zwischenschritt für die nuklearen Ausbaupläne von Fermi America eingeleitet. In einem veröffentlichten Entwurf zur Umweltverträglichkeitsprüfung empfiehlt die Behörde vorläufig die Erteilung einer kombinierten Bau- und Betriebslizenz für vier geplante Westinghouse-AP1000-Reaktoren am Standort des Projekts Matador in Carson County im Bundesstaat Texas.
Die Empfehlung steht unter dem Vorbehalt einer noch ausstehenden Sicherheitsprüfung, womit die endgültige Entscheidung der Kommission weiterhin offenbleibt.
Bis zum 23. November läuft nun eine öffentliche Frist für Stellungnahmen. Eine finale Fassung der Umweltprüfung peilt die NRC für Dezember an.
Gigawatt-Pläne für Künstliche Intelligenz
Das Vorhaben ist Teil eines großangelegten privaten Energie- und Rechenzentrumscampus, den Fermi im Texas Panhandle für Kunden aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz entwickelt. Das Gesamtkonzept sieht vor, Datenzentren mit eigener lokaler Stromerzeugung zu koppeln. Neben Kernenergie umfasst die Planung dafür auch Solarenergie, Erdgas und Batteriespeicher. Insgesamt beziffert Fermi die geplante Erzeugungskapazität auf bis zu 17 Gigawatt.
Für das Unternehmen, das sich in einer frühen Entwicklungsphase befindet, hängt der wirtschaftliche Erfolg an massiven Vorleistungen und vertraglichen Absicherungen. Im August schloss Fermi eine verbindliche Leasingvereinbarung mit dem Betreiber TensorWave ab.
Der Vertrag umfasst eine anfängliche Kapazität von 222 Megawatt und stellt über eine Laufzeit von 15 Jahren Erlöse von rund 6,5 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Die Vereinbarung unterliegt jedoch weiterhin üblichen Finanzierungs- und Garantieauflagen. Fermi wird seit August von Lee McIntire als Vorstandschef geführt.
Anhaltender Verkaufsdruck an den Märkten
Trotz des regulatorischen Zwischenerfolgs in Texas reagierten die Finanzmärkte zurückhaltend. Am Freitag schloss das Papier mit einem Minus von 6,1 Prozent bei 3,06 Euro und markierte damit ein neues 52-Wochen-Tief. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursverlust auf 53 Prozent. Der Ausverkauf spiegelt neben einem allgemein schwachen Branchenumfeld die hohen Hürden wider, vor denen die Umsetzung der milliardenschweren Kraftwerksprojekte steht.
Zur Deckung des hohen Kapitalbedarfs hatte sich das Unternehmen über eine Wandelanleihe mit einem Volumen von 431 Millionen US-Dollar frische Mittel gesichert, von denen nach Abzug der Kosten rund 382 Millionen US-Dollar verblieben.
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