Ferrexpo, Aktie

Ferrexpo Aktie: 100 Millionen Dollar bis September

Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 19:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Dem Eisenerzförderer gehen die liquiden Mittel aus, wÀhrend Produktionsstopp und Steuerforderungen die Lage verschÀrfen. Ein Insolvenzverfahren in der Ukraine lÀuft bereits.

Ferrexpo: LiquiditĂ€tskrise spitzt sich zu – Insolvenz droht im September
Industrielle Tagebaumine fĂŒr Eisenerz wĂ€hrend der goldenen Stunde mit dramatischem Licht und Erdschichten. Illustration mit AI erstellt.

Ferrexpo steht mit dem RĂŒcken zur Wand. Dem Eisenerz-Produzenten geht in wenigen Wochen das Geld aus. Bis Mitte September benötigt das Unternehmen eine Kapitalspritze von mindestens 100 Millionen US-Dollar.

Die Reserven schmelzen rasant. Zuletzt verfĂŒgte der Konzern im Juni nur noch ĂŒber 27 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln. Parallel dazu halten die ukrainischen Steuerbehörden RĂŒckerstattungen von 90 Millionen US-Dollar zurĂŒck. Statt einer Auszahlung verhĂ€ngten die Behörden eine Steuerstrafe von 788 Millionen US-Dollar gegen die wichtigste Tochtergesellschaft.

Stillstand in den Bergwerken

Die Produktion steht seit dem 5. August vollstĂ€ndig still. Angriffe auf die Schifffahrt blockieren den wichtigen Exportweg ĂŒber das Schwarze Meer. Ende Juli traf eine Rakete einen zivilen Frachter mit 55.000 Tonnen Eisenerzpellets. Die Gefahr fĂŒr die maritime Logistik ist damit zu groß geworden.

Ferrexpo bedient europÀische Kunden derzeit nur noch per Bahn. Diese Lieferungen stammen aus bestehenden LagerbestÀnden. Ein regulÀrer Betrieb ist unter diesen Bedingungen kaum möglich. Das Unternehmen versucht so, das restliche Betriebskapital zu schonen.

Ausschluss von der Börse

Anleger können das Papier in London bereits seit Mai nicht mehr handeln. Die Börse setzte den Handel aus, weil Ferrexpo keinen geprĂŒften Jahresabschluss fĂŒr 2025 vorlegte. Ohne diese Zahlen fehlt dem Markt jede verlĂ€ssliche Grundlage fĂŒr eine Bewertung.

Der Indexbetreiber FTSE Russell zog bereits Konsequenzen. Er strich die Aktie im Juli aus sĂ€mtlichen Benchmarks. Da kein Termin fĂŒr eine Wiederaufnahme des Handels feststeht, wurde die Position mit einem Restwert von nahezu Null ausgebucht.

In der Ukraine droht derweil die Nationalisierung des Poltava-Werks. Ein lokales Gericht leitete bereits ein Insolvenzverfahren gegen die wichtigste Produktionseinheit ein. Ferrexpo wehrt sich juristisch gegen diese Schritte und klagt gegen die BeschlĂŒsse. Trotz dieser Gegenwehr bleibt die FinanzierungslĂŒcke das grĂ¶ĂŸte Risiko. Ohne frisches Kapital erreicht das Unternehmen Mitte September die Grenze seiner ZahlungsfĂ€higkeit.

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