Ferrexpo, Aktie

Ferrexpo Aktie: Verevsky steigt mit 50 Millionen ein

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 02:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ferrexpo will mit einer Kapitalmaßnahme über rund 100 Millionen US-Dollar die Liquidität stärken, während die Aktie deutlich nachgab.

Ferrexpo plant Kapitalerhöhung und holt neuen Großaktionär an Bord
Abstrakte Darstellung eines industriellen Bergbaugeländes bei Sonnenaufgang als Symbol für Investitionen im Rohstoffsektor. Illustration mit AI erstellt.

Der Eisenerzproduzent Ferrexpo strukturiert seine Finanzierungs- und Aktionärsbasis grundlegend um. Im Zentrum steht eine Kapitalmaßnahme im Volumen von rund 100 Millionen US-Dollar, die den Einstieg eines neuen Ankerinvestors ermöglicht.

Während das Unternehmen operativ in der Ukraine erste Fortschritte meldet, reagierte der Aktienmarkt gestern mit deutlichen Kursabschlägen auf die Verwässerungseffekte und den hohen Abschlag bei der Ausgabe neuer Papiere.

Andriy Verevsky steigt als Großaktionär ein

Im Rahmen der geplanten Kapitalerhöhung sollen insgesamt 448,85 Millionen neue Aktien ausgegeben werden. Der Bezugspreis wurde auf 16,5 Pence festgesetzt. Dies entspricht einem Abschlag von 42,3 Prozent gegenüber dem Kursniveau vom 30. April. Als wesentlicher Akteur tritt Andriy Verevsky in Erscheinung, der über sein Unternehmen Kernel rund 50 Millionen US-Dollar investiert.

Nach Abschluss der Transaktion wird Verevsky einen Anteil von etwa 21,4 Prozent an Ferrexpo halten. Parallel dazu verschieben sich die Gewichte beim bisherigen Haupteigentümer: Der Anteil von Fevamotinico sinkt durch die Maßnahme von der bisherigen Mehrheit auf rund 45 Prozent. Die Bruttoerlöse aus der Emission sollen die Liquidität des Konzerns stärken, der Ende August über Barmittel in Höhe von 26,4 Millionen US-Dollar verfügte.

Kursreaktion und technische Einordnung

An der Londoner Börse verzeichnete die Aktie gestern einen Kurssturz von 9,2 Prozent und schloss bei GBX 26,74. Im Tagesverlauf markierte der Wert ein Tief bei GBX 25,64. Damit notiert das Papier deutlich unter seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage, der bei GBX 35,15 verläuft.

Diese Abwärtsbewegung folgte auf eine Phase extremer Volatilität. Am Montag war der Kurs noch um mehr als 30 Prozent in die Höhe geschnellt, nachdem erste Details zur Finanzierung und zum operativen Neustart bekannt geworden waren. Das Handelsvolumen lag gestern mit 28,31 Millionen gehandelten Aktien massiv über dem durchschnittlichen Niveau der vergangenen Wochen.

Operative Wiederaufnahme und Brückenfinanzierung

Flankiert wird der strategische Umbau durch die schrittweise Rückkehr zur Produktion in der Ukraine. Am Montag nahm das Unternehmen den Betrieb einer ersten Pelletlinie wieder auf. Der Fokus liegt dabei Medienberichten zufolge auf dem Export in den europäischen Markt, um die Cash-Generierung zu stabilisieren.

Um den Zeitraum bis zum Abschluss der Kapitalerhöhung zu überbrücken, nahm Ferrexpo gestern zudem ungesicherte Mittel in Höhe von 15 Millionen US-Dollar auf. Der vom bisherigen Mehrheitsaktionär Fevamotinico gewährte Kredit läuft über zwölf Monate bei einer Verzinsung von 9,75 Prozent pro Jahr.

Diese Liquidität ergänzt die Netto-Cash-Position, die Ende August bei knapp 18 Millionen US-Dollar lag. Während die langfristige Finanzierungslücke bereits vor über einem Monat thematisiert wurde, dient dieses Darlehen als kurzfristiger Puffer für das laufende Geschäft.

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