Figma, Aktie

Figma Aktie: 12-Prozent-Crash trotz Umsatzschlag

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 09:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Figma übertrifft Umsatzerwartungen, verzeichnet aber wegen hoher KI-Investitionen einen GAAP-Verlust. Die Aktie fällt um 12 Prozent.

Figma-Aktie stürzt trotz starker Umsatzzahlen im zweiten Quartal ab
Abstrakte Darstellung von modernem Softwaredesign und digitaler Arbeitsumgebung mit blau-grauer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Softwareunternehmen Figma hat mit seinen jüngsten Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 die Erwartungen der Analysten beim Umsatz übertroffen. Dennoch reagierten die Anleger mit deutlichen Verkäufen auf die Bilanzvorlage. Im heutigen Handel verzeichnete das Papier einen Rückgang von -12,16 % und notiert bei 20,95 €. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus damit auf -35,34 %.

Starke Kundenkennzahlen und KI-Erfolge

Figma konnte den Umsatz im zweiten Quartal, das am 30. Juni endete, um 48 % auf 370,1 Millionen US-Dollar steigern. Damit verzeichnete das Unternehmen das dritte Quartal in Folge ein beschleunigtes Wachstum und übertraf die durchschnittliche Markterwartung von rund 352 Millionen US-Dollar. Besonders die Bindung bestehender Kunden erwies sich als stabil: Die Net Dollar Retention (NDR) lag bei 136 %.

Ein wesentlicher Treiber für diese Entwicklung ist das Geschäft mit Großkunden. Die Anzahl der Kunden, die einen jährlich wiederkehrenden Umsatz (ARR) von mehr als 10.000 US-Dollar generieren, stieg im Vorjahresvergleich um 34 % auf 15.964. Im Segment der Kunden mit mehr als 100.000 US-Dollar ARR fiel das Wachstum mit 46 % auf 1.635 Unternehmen sogar noch deutlicher aus. Zudem zeigt die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) erste Erfolge. Über 80 % der Großkunden nutzen wöchentlich KI-Credits, und der neue Dienst "Figma Agent" wird bereits von mehr als der Hälfte dieser Kundengruppe eingesetzt.

Hohe Investitionskosten belasten die Margen

Trotz der dynamischen Umsatzentwicklung blicken Investoren kritisch auf die Profitabilität und die hohen Ausgaben für die KI-Expansion. Während Figma auf Non-GAAP-Basis ein operatives Einkommen von 36,1 Millionen US-Dollar auswies, verzeichnete das Unternehmen nach GAAP-Rechnungslegung einen operativen Verlust von 117,3 Millionen US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum stand hier noch ein leichtes Plus von 2 Millionen US-Dollar zu Buche.

Ein Grund für diese Differenz ist die aktienbasierte Vergütung, die mit 147,6 Millionen US-Dollar deutlich über dem Vorjahreswert von 7,3 Millionen US-Dollar lag. Auch die Marge beim freien Cashflow geriet unter Druck und sank von 24 % im Vorjahr auf nun 14 %. Die Analysten der Bank of America merkten hierzu an, dass die KI-Monetarisierung zwar auf einem guten Weg sei, die Aktie jedoch so lange unter Druck bleiben könnte, bis mehr Transparenz über die genauen Umsatzbeiträge herrsche.

Erhöhte Prognose und Verzicht des Firmengründers

Für das Gesamtjahr 2026 zeigt sich das Management optimistischer als zuvor. Die Umsatzprognose wurde um 40 Millionen US-Dollar auf eine Spanne zwischen 1,463 und 1,467 Milliarden US-Dollar angehoben. Dies entspricht einem erwarteten Wachstum von 39 %. Für das laufende dritte Quartal stellt Figma Erlöse zwischen 373 und 375 Millionen US-Dollar in Aussicht.

Parallel zu den Geschäftszahlen wurde bekannt, dass Gründer und CEO Dylan Field freiwillig auf eine geplante Aktienzuteilung im Wert von rund 46 Millionen US-Dollar verzichtet hat. Diese Entscheidung folgte auf den vorangegangenen Kursverfall der Aktie. Auf der Seite der Führungskräfte gab es zudem kleinere Transaktionen: So verkaufte der Chief Accounting Officer Tyler Herb am 3. August 1.536 Aktien im Rahmen eines vorab festgelegten Handelsplans, während beim Finanzvorstand und dem Vertriebschef Aktien zur Begleichung von Steuerverpflichtungen aus fällig gewordenen Mitarbeiteranteilen einbehalten wurden.

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