FLEX LNG Aktie: Gewinn verdoppelt sich
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 07:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Von wegen Dividendenfalle: FLEX LNG hat im zweiten Quartal 2026 genau die Zahlen geliefert, die Zweifler zum Umdenken bringen dürften. Der LNG-Tankerbetreiber verdiente deutlich mehr als von Analysten erwartet – und übertraf damit auch die eigenen Werte aus dem Vorquartal klar.
Der Nettogewinn kletterte auf 44,9 Millionen Dollar, nach 19,5 Millionen im ersten Quartal. Je Aktie entspricht das 0,83 Dollar – Analysten hatten im Vorfeld nur mit 0,63 Dollar gerechnet. Die Erlöse aus dem Schiffsbetrieb stiegen auf 106,8 Millionen Dollar, das höchste Quartalsergebnis seit dem vierten Quartal 2021.
Volatile Märkte als Chance genutzt
Der Ausschlag nach oben hat einen konkreten Auslöser: Die Unruhen im Nahen Osten sorgten für erhebliche Verwerfungen am Energiemarkt. Genau diese Volatilität nutzte FLEX LNG mit seinen beiden spotexponierten Schiffen Flex Volunteer und Flex Artemis, die für das zweite und dritte Quartal 2026 zu attraktiven Konditionen verchartert wurden. Die durchschnittliche Charterrate (TCE) sprang auf 86.119 Dollar pro Tag, nach 65.729 Dollar im Vorquartal.
Zusätzlichen Rückenwind lieferte die neue Zweijahres-Charter der Flex Aurora mit einem Öl-Supermajor, die seit Ende März läuft und bis 2028 mit Verlängerungsoptionen ausgestattet ist. Auch die Flex Constellation trug mit ihrem ersten vollen Quartal unter dem neuen 15-Jahres-Vertrag zum Ergebnis bei.
Dividende bleibt bei 0,75 Dollar
Die Gesellschaft hält an ihrer Quartalsdividende von 0,75 Dollar je Aktie fest, zahlbar Mitte September an Aktionäre, die bis Anfang September im Register stehen. Das dürfte jene Analysten beruhigen, die zuletzt vor einer nur unzureichenden Ausschüttungsdeckung gewarnt hatten – auch wenn die aktuelle Deckungsquote nicht neu bewertet wurde.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt das Management die Prognose: Umsatz zwischen 345 und 370 Millionen Dollar sowie ein bereinigtes EBITDA von 255 bis 280 Millionen Dollar. Die Flotte soll bis Jahresende zu rund 89 Prozent fest verchartert sein.
Risiken bleiben dennoch bestehen. Bis Ende Juli wurden bereits rund 55 neue LNG-Tanker ausgeliefert, weitere 40 bis 45 sollen bis Jahresende folgen – ein Flottenwachstum, das auf die Charterraten drücken könnte.
Gegenläufig wirken niedrige europäische Gasspeicherstände von rund 61 Prozent Mitte August sowie ausbleibende katarische Exportvolumen, die US-Lieferungen verstärkt nach Asien umlenken. Wie sich dieses Spannungsfeld zwischen Flottenwachstum und Nachfragekonkurrenz zwischen Europa und Asien im weiteren Jahresverlauf auflöst, dürfte die Charterraten der zweiten Jahreshälfte maßgeblich bestimmen.
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