FORVIA Aktie: Rückkehr zur Outperformance
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 09:46 Uhr | Redaktion boerse-global.deForvia hat im dritten Quartal den Markt wieder geschlagen. Der Autozulieferer bestätigt seine Jahresziele für 2026, und der Verkauf der Interiors-Sparte rückt in die Zielgerade.
Besser als der Markt
Der Umsatz lag bei 5,79 Milliarden Euro, ein Plus von einem Prozent auf berichteter Basis. Organisch gingen die Erlöse um 0,6 Prozent zurück. Die weltweite Fahrzeugproduktion sank allerdings um 1,6 Prozent, was Forvia eine Outperformance von rund 100 Basispunkten verschafft. In der ersten Jahreshälfte hatte der Konzern noch hinter dem Markt gelegen.
Treiber war die Elektronik mit sieben Prozent organischem Wachstum, getragen von Radar und Energiemanagement. Clarion legte um 22 Prozent zu. Schwächer liefen Seating mit minus 4,4 Prozent, Clean Mobility mit minus 3,0 Prozent und Lighting mit minus 7,8 Prozent.
Regional wuchs Europa organisch um 4 Prozent. In Asien ohne China waren es 14 Prozent. China bleibt das Sorgenkind: Die Underperformance schrumpfte zwar von 14 auf 11 Prozentpunkte, internationale Hersteller verlieren dort aber schnell Marktanteile.
Interiors-Verkauf als Schuldenhebel
Alle behördlichen Genehmigungen für den Verkauf der Interiors-Sparte an Apollo liegen vor. Der Abschluss ist für das vierte Quartal 2026 geplant. Die Nettoverschuldung soll um rund eine Milliarde Euro sinken, die Bruttoverschuldung um 1,4 Milliarden Euro. Der Konzern bezeichnet den Deal als fest, Anpassungsklauseln gibt es nicht.
Die Verschuldungsquote soll gegen 1,5 stehen, bis 2028 will das Management 1,2 erreichen, ohne weitere Verkäufe. Zudem wäre der Großteil der Fälligkeiten für 2027 abgedeckt.
Ziele bleiben, Risiken auch
Die Prognose für 2026 bleibt unverändert: Umsatz zwischen 20 und 21 Milliarden Euro bei konstanten Wechselkursen, operative Marge von 6,0 bis 6,5 Prozent, Nettocashflow von mindestens drei Prozent. Die Marge lag im ersten Halbjahr bei sechs Prozent. Analysten hakten nach, wie das untere Ende gesichert werden soll.
Die Kosten für Speicherchips und Leiterplatten steigen. Nach Konzernangaben geht es um 250 bis 300 Millionen Euro bei Preisen von 2025. Die Verhandlungen mit den Kunden laufen, ein Abfedern allein durch Forvia sei laut CEO Martin Fischer nicht tragfähig. Für das vierte Quartal erwartet das Unternehmen einen weltweiten Produktionsrückgang von 4,2 Prozent, rechnet aber mit einem ähnlichen Muster wie im dritten.
Die Aktie legte am Montag zeitweise um drei Prozent zu. Detaillierte Ziele für 2027 will Forvia mit den Jahreszahlen im Februar vorlegen.
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