Fresenius Aktie: Prognose nach oben
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 01:01 Uhr | Redaktion boerse-global.deFresenius hebt zum Drittquartal erneut den Ausblick an. Die Biosimilars liefern weiter, das Klinikgeschäft hilft kräftig mit. Dennoch lohnt der Blick auf die Details: Nicht jeder Bereich zieht mit.
Kerngewinn wächst zweistellig
Der Konzern steigerte den Umsatz auf 5,8 Milliarden Euro, organisch legte er um fünf Prozent zu. Das bereinigte EBIT erreichte 638 Millionen Euro, die Marge verbesserte sich um 50 Basispunkte auf 11,0 Prozent. Das Kern-Ergebnis je Aktie stieg währungsbereinigt um 14 Prozent auf 0,72 Euro. Analysten hatten mit etwas weniger gerechnet.
Konzernchef Michael Sen erwartet für 2026 nun ein Wachstum des Kern-Ergebnisses je Aktie in der oberen Hälfte der Spanne von 10 bis 15 Prozent. Erst im Sommer hatte er die Prognose schon einmal angehoben. Die Indikation für die EBIT-Marge liegt jetzt über 11,5 Prozent, zuvor waren es rund 11,5 Prozent.
Biopharma treibt, Pharma bremst
Bei Fresenius Kabi legte der Umsatz mit Biosimilars organisch um 29 Prozent auf 296 Millionen Euro zu. Haupttreiber waren das Tocilizumab-Biosimilar Tyenne und die Denosumab-Produkte in den USA. Die Wachstumsvektoren insgesamt, also Biopharma, MedTech und Nutrition, steuerten mehr als die Hälfte des Kabi-EBIT bei.
Anders sieht es im klassischen Pharmageschäft aus. Dort sank das EBIT währungsbereinigt um 10 Prozent, weil der Preisdruck bei I.V.-Arzneimitteln in den USA anhält. Die Marge lag mit 20,0 Prozent aber weiter im Rahmen der Jahreserwartung.
Helios lieferte einen Schub: Das EBIT stieg währungsbereinigt um 19 Prozent auf 293 Millionen Euro. In Deutschland half der Rechnungszuschlag für gesetzlich Versicherte, der Ende Oktober ausgelaufen ist. Auch Phasing-Effekte unterstützten das Ergebnis. Ein Teil der Dynamik dürfte sich daher nicht fortschreiben.
Pipeline wird ausgebaut
Fresenius investiert zugleich in die Zukunft. Der Konzern übernimmt die verbleibenden 45 Prozent an mAbxience. Außerdem schloss er eine exklusive Entwicklungsvereinbarung mit WuXi Biologics, die Zugang zu bis zu 37 weiteren Biosimilar-Kandidaten sichert. Das Portfolio könnte so von 29 auf bis zu 66 Moleküle wachsen.
Die Bilanz bleibt solide. Die Verschuldung liegt bei dem 2,5-Fachen des EBITDA, die Kapitalrendite ROIC erreichte mit 7,0 Prozent den höchsten Wert des Jahrzehnts. Der freie Cashflow stieg im Quartal um 66 Prozent auf 722 Millionen Euro.
Ein weiterer Termin steht an: Für 2027 steigt die Krankenhausvergütung in Deutschland um 4,85 Prozent. Die Notfallreform mit einem Zuschlag je stationärem Fall soll ab 1. Januar 2027 gelten und liegt noch im November zur Abstimmung im Bundesrat.
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