Friwo, Aktie

Friwo Aktie: Prognose gekappt

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 13:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Schwache Nachfrage und stÀrkerer Preiskampf belasten Friwo; die neue Projektpipeline soll sich erst 2027 deutlich im GeschÀft zeigen.
Abstrakte Darstellung einer modernen Industriehalle mit gedimmtem Licht, die eine vorsichtige Marktstimmung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Friwo senkt die Jahresziele fĂŒr 2026 und rechnet nun mit einem operativen Verlust. Die Ad-hoc-Mitteilung vom Mittag nennt eine anhaltend schwache Nachfrage und wachsenden Preisdruck als GrĂŒnde. Zugleich verweist der Vorstand auf eine gut gefĂŒllte Projektpipeline, die aber erst 2027 spĂŒrbar wirken soll.

Umsatz runter, EBIT im Minus

Der Konzernumsatz soll 2026 nur noch zwischen 55 und 57 Millionen Euro liegen, zuvor waren rund 60 Millionen Euro angepeilt. Beim bereinigten EBIT erwartet der Vorstand einen Verlust im niedrigen bis mittleren einstelligen Millionenbereich.

Die Aktie notierte zum Zeitpunkt der Meldung bei 6,86 Euro. Der Kurs lag im Vergleich zum Vortag deutlich im Plus, auch wenn die Nachricht selbst negativ ist. Die Bewegung geht auf einen sehr niedrigen Ausgangskurs zurĂŒck, die Aktie hat auf Sicht von drei und fĂŒnf Jahren den Großteil ihres Werts eingebĂŒĂŸt.

Preisdruck aus Asien

Friwo, Anbieter von Stromversorgungen und Ladetechnik, nennt zwei Belastungsfaktoren. Zum einen drĂŒcken schwache gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen auf die Nachfrage, Kunden rufen geringere Mengen ab. Zum anderen verschĂ€rft sich der Wettbewerb in der MĂ€hrobotik und der E-Mobility durch asiatische und andere Low-Cost-Anbieter.

Die Folge ist eine höhere PreissensibilitÀt. Vereinzelt fragen Kunden laut Unternehmen verstÀrkt Lösungen mit geringeren Anforderungen an Leistung, QualitÀt und Innovationsgrad nach. Genau dort will Friwo nicht mitziehen. Der Konzern richtet sich stÀrker auf Kunden aus, bei denen ZuverlÀssigkeit, Innovationskraft und langfristige Partnerschaften zÀhlen.

Hoffnung auf 2027

Als Beleg fĂŒr diese Strategie fĂŒhrt das Management die Book-to-Bill-Ratio an. Sie lag nach neun Monaten bei 1,3, es kamen also deutlich mehr AuftrĂ€ge herein, als abgearbeitet wurden. Getragen wird das von neuen Projekten und langfristigen Mengenkontrakten, vor allem im Bereich Medical & Healthcare Solutions.

Der Haken: Neue Kundenbeziehungen durchlaufen Entwicklungs-, Qualifizierungs- und Hochlaufphasen. Die UmsĂ€tze daraus gleichen den RĂŒckgang in den preisgetriebenen GeschĂ€ftsfeldern daher nur schrittweise aus. SpĂŒrbar wird die positive Auftragsentwicklung nach Unternehmensangaben erst 2027.

Konkrete Zahlen zum dritten Quartal folgen am 5. November 2026. Dann legt Friwo die Quartalsmitteilung vor und liefert den ersten Detailblick auf die Ergebnisentwicklung hinter der gesenkten Prognose.

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