Fuchs, Petrolub

Fuchs Petrolub Pref Aktie: Gewinnmitnahmen trotz Rekordzahlen

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 10:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fuchs steigert Umsatz und EBIT in neun Monaten und hebt das EBIT-Ziel für 2026 an; schwächerer Cashflow belastet.
Abstrakte Darstellung einer modernen Industrieanlage und Schmierstofftechnologie bei Sonnenaufgang Illustration mit AI erstellt.

Starke Neunmonatszahlen, höhere Prognose, und trotzdem rutscht die Vorzugsaktie ab. Nach einem Kursplus von rund 30 Prozent auf Jahressicht hatten viele Marktteilnehmer offenbar noch mehr erwartet.

Ergebnis über den Erwartungen

Der Schmierstoffhersteller steigerte den Umsatz in den ersten neun Monaten um 16 Prozent auf 3,13 Milliarden Euro. Treiber waren höhere Absatzmengen und die seit dem Frühjahr anziehende Inflation. Die vollständig konsolidierte Türkei-Gesellschaft steuerte rund 68 Millionen Euro bei.

Das EBIT legte um 25 Prozent auf 409 Millionen Euro zu, die Marge verbesserte sich auf 13,1 Prozent. Das dritte Quartal übertraf die Erwartungen deutlich: Analysten hatten im Schnitt mit 116,4 Millionen Euro gerechnet, die höchste Schätzung lag bei 119 Millionen. Das Ergebnis je Vorzugsaktie stieg um 24 Prozent auf 2,15 Euro.

Alle drei Regionen verbesserten ihr operatives Ergebnis. Am stärksten wuchs es in Nord- und Südamerika mit 42 Prozent, in Asien-Pazifik waren es 28 Prozent, in EMEA 15 Prozent.

Prognose angehoben, Dämpfer inklusive

Fuchs erwartet für 2026 nun ein EBIT von rund 500 Millionen Euro. Im Juli standen noch 460 bis 480 Millionen im Plan, im April rund 450 Millionen. Der Umsatz soll bei etwa 4,1 Milliarden Euro liegen, der Wertbeitrag FVA bei rund 300 Millionen.

Vorstandschef Stefan Fuchs bremst allerdings die Euphorie. Das starke dritte Quartal lasse sich nicht einfach fortschreiben. Für das Schlussquartal rechnet das Unternehmen mit einer langsameren Absatzentwicklung, bedingt durch Vorzieheffekte im ersten Halbjahr und saisonale Faktoren. Die Risiken für Mengen und Margen bleiben im volatilen Umfeld hoch.

Ein weiterer Schwachpunkt ist der Cashflow. Der freie Cashflow vor Akquisitionen halbierte sich auf 92 Millionen Euro, weil die Inflation das Nettoumlaufvermögen aufblähte. Die Prognose dafür bleibt unverändert bei deutlich unter 270 Millionen Euro.

Rohstoffe und Lieferketten

Die Konflikte in der Golfregion verursachen weiterhin Lieferengpässe. Rohstoffkosten bleiben hoch, bei einigen Grundölen steigen sie sogar weiter. Fuchs hat nach eigenen Angaben bislang genug Rohstoffe gesichert, um seine Kunden zu beliefern.

Die angehobene Jahresprognose impliziert für das vierte Quartal ein spürbar schwächeres Ergebnis als im dritten. Genau das dürfte erklären, warum die Anleger trotz des Aufschlags verhalten reagieren. Den Schlusskurs vom Vortag von 44,74 Euro hat die Aktie damit nicht verteidigen können.

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