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Gabler Group Aktie: Zukauf im Baltikum

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 15:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Zukauf erweitert Gablers Unterwassertechnik und eröffnet Zugang zum baltischen Markt; größere finanzielle Beiträge erwartet die Gruppe ab 2027.
Modernes Industrie- und Logistikzentrum in einem baltischen Hafen während der goldenen Stunde. Illustration mit AI erstellt.

Gabler Group wächst weiter per Zukauf. Der Lübecker Spezialist für Unterwassertechnologie hat heute 75 Prozent der estnischen DECK Marine Systems übernommen. Das Closing erfolgte bereits am Tag der Ankündigung, am 16. Oktober 2026.

Was DECK ins Portfolio bringt

DECK wurde 2020 in Tallinn gegründet und baut Systeme, mit denen Schiffe Sensoren und unbemannte Unterwasserfahrzeuge aussetzen und wieder bergen. Dazu zählen sogenannte Launch-and-Recovery-Systeme, Vorrichtungen für Sonargeräte sowie elektrische und hydraulische Winden. Ein Entwicklungsschwerpunkt liegt auf KI-gestützten Systemen, die Fahrzeuge automatisch erkennen, verfolgen und bei der Bergung unterstützen sollen.

Für Gabler schließt das eine Lücke an der Schnittstelle zwischen Über- und Unterwassersystemen. Die Technik stärkt die Bereiche Submarine Systems sowie Subsea Communications & Data. In Kombination mit Gablers Know-how bei Kommunikation, Datenverarbeitung und Energieversorgung sollen integrierte Lösungen entstehen, etwa zur Überwachung kritischer Unterwasserinfrastruktur oder für autonome maritime Systeme.

"Wir können künftig nicht nur einzelne Komponenten, sondern auch die erforderliche Infrastruktur und Systemintegration aus einer Hand anbieten", erklärt Vertriebschef Ole Johannsen.

Standort mit Verteidigungsfokus

Strategisch wichtig ist auch der Standort. Estland gilt als bedeutend für EU und NATO, die Verteidigungsausgaben im Baltikum steigen. Über DECK erhält Gabler einen lokalen Zugang zu diesem Markt und bessere Chancen, sich an Beschaffungs- und Investitionsprogrammen zu beteiligen. Umgekehrt soll DECK von Gablers internationalen Kundenbeziehungen und Vertriebsstrukturen profitieren.

Gabler erzielt den Großteil seines Umsatzes mit Verteidigung und verteidigungsnahen Lösungen. Das Unternehmen beschäftigt rund 290 Mitarbeiter und beliefert nach eigenen Angaben 25 Marinen.

Finanzielle Details bleiben offen

Über den Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Weil DECK erst im vierten Quartal 2026 erstmals konsolidiert wird, erwartet Gabler für das laufende Geschäftsjahr nur geringfügige Effekte auf Umsatz und Ergebnis.

Personell setzt die Gruppe auf Kontinuität. Mitgründer und bisheriger COO Jevgeni Gorbatšov übernimmt den CEO-Posten und bleibt über seine Beteiligungsgesellschaft mit 25 Prozent an DECK beteiligt. Der bisherige CEO Dmitri Jekimov begleitet die Geschäftsentwicklung künftig beratend.

Der Zukauf passt zur Linie, die das Management zuletzt vorgegeben hat: Gabler will durch gezielte Akquisitionen technologisch und international wachsen. Spürbare Beiträge zu Umsatz und Ertrag sind erst ab dem Geschäftsjahr 2027 zu erwarten.

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