Gbank Financial Aktie: Kurssturz nach Zahlen
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 15:56 Uhr | Redaktion boerse-global.deEin Bankhaus aus Las Vegas verliert an einem Tag gut ein Fünftel seines Börsenwerts. Gbank Financial hat im dritten Quartal die Erwartungen klar verfehlt, und das liegt vor allem an einem Geschäftsfeld, auf das die Bank große Hoffnungen setzt: Zahlungen für die Glücksspielbranche. Die Aktie brach am Donnerstag um 22 Prozent ein.
Wegbrechende Gebühren, hohe Kreditkosten
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,30 Dollar, erwartet hatten Analysten 0,43 Dollar. Der Nettoumsatz erreichte 20,3 Millionen Dollar statt der prognostizierten 22,8 Millionen. Der Nettogewinn sank auf 3,9 Millionen Dollar, nach 5,5 Millionen im Vorquartal.
Den größten Schaden richtete der Wegfall von Kreditkarten als Einzahlungsweg bei mehreren großen Sportwettenanbietern an. Das Volumen kartenbasierter Glücksspieltransaktionen fiel von 84,2 auf 19,5 Millionen Dollar. Die Nettoerlöse aus Interchange-Gebühren schrumpften um 84,6 Prozent auf 0,3 Millionen Dollar.
Hinzu kommen erhöhte Kreditkosten. Die Risikovorsorge lag bei 2,6 Millionen Dollar, darunter 687.000 Dollar für das auslaufende klassische Kreditkartengeschäft ohne Glücksspielbezug.
Das Kerngeschäft läuft besser
Die Zahlen zeigen zwei Gesichter. Der Zinsüberschuss stieg gegenüber dem Vorquartal um 6,4 Prozent auf 13,6 Millionen Dollar, die Zinsmarge legte um 17 Basispunkte auf 3,95 Prozent zu. Die Vergabe von SBA-Krediten, staatlich abgesicherten Darlehen an Kleinunternehmen, kletterte auf 171,7 Millionen Dollar. Auch die Marge beim Verkauf dieser Kredite verbesserte sich auf 5,57 Prozent.
Bei der Kreditqualität gab es Fortschritte: Die problembehafteten Aktiva sanken um rund 5 Millionen Dollar, frühe Zahlungsrückstände gingen um mehr als 10 Millionen zurück. Neue SBA-Regeln verschieben allerdings den Verkauf von Krediten, die im selben Monat vergeben wurden. Das drückt die Erlöse im Schlussquartal, weil Dezember-Geschäft erst im Januar zu Gewinn führt.
Konzernchef Jeff Newgard, der seit Mai im Amt ist, bezeichnet 2027 als Neustart. Bis zum Jahresende sollen die Altlasten abgearbeitet sein. Die Gaming-Fintech-Projekte tragen laut Management kurzfristig kaum zum Ergebnis bei.
Die Terrible's-Gruppe mit 3.000 Spielautomaten soll Anfang November die BoltBetz-App starten, die Integration der Kasinosoftware AXES soll im Dezember stehen. Die Prepaid-Karte LuckyLoads verschiebt sich auf das zweite Quartal 2027.
Analysten uneins
Die Reaktion der Wall Street fiel gemischt aus. Brean Capital stufte die Aktie von "Buy" auf "Neutral" herab. Raymond James senkte das Kursziel von 35 auf 20 Dollar, bleibt aber bei "Outperform". Die Aktie handle nahe dem Buchwert, die Margenentwicklung sei ermutigend. JonesTrading kappte das Ziel von 35 auf 25 Dollar und hält an "Buy" fest. Die Analysten verweisen auf den neuen Kurs der Führung und das lokale Expansionspotenzial.
Der Buchwert je Aktie lag Ende September bei 12,08 Dollar. Die Aktie notierte zuletzt bei rund 13 Dollar und damit kaum darüber. Ein Kaufargument ist das für Skeptiker nicht automatisch, denn die Bank sucht zudem noch einen Finanzvorstand. Newgard sprach von drei Kandidaten in der engeren Auswahl und kündigte eine Entscheidung "sehr bald" an.
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