General Motors Aktie: Rückenwind aus Washington
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 01:06 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Autoindustrie setzt in Washington auf zwei Hebel zugleich: lockerere Spritvorgaben im Inland und einen dauerhaften Schutzwall gegen chinesische Fahrzeuge. General Motors steht über seinen Branchenverband hinter beiden Initiativen. Der Zeitpunkt ist kein Zufall, denn die Zwischenwahlen rücken näher.
Streit um die Spritvorgaben
Ein Verband, der unter anderem GM, Toyota und Volkswagen vertritt, stellte sich am Montag im Rechtsstreit um die US-Verbrauchsregeln hinter die Regierung von Präsident Donald Trump. Kalifornien und weitere Bundesstaaten haben gegen die neuen Standards geklagt.
Das US-Verkehrsministerium hatte im Oktober angekündigt, den Flottendurchschnitt bis 2031 auf 34,9 Meilen pro Gallone festzuschreiben. Unter Joe Biden waren 2024 noch 50,4 Meilen vorgesehen. Für Hersteller mit großen Pickup- und SUV-Flotten bedeutet das deutlich mehr Spielraum.
Schutzwall gegen China
Parallel dazu fordert der Verband den Kongress auf, ein dauerhaftes Verbot chinesischer Fahrzeuge zu beschließen. Verbandschef John Bozzella warnte vor einer Flut chinesischer Importe, die Überwachungsrisiken mit sich brächten und Hersteller benachteiligten, die „über Generationen“ in US-Standorte investiert hätten.
Die überparteilichen Senatoren hinter dem Vorhaben hatten im September zugestimmt, einen beschleunigten Beschluss bis in den November zu verschieben. Das Zeitfenster ist knapp: Der Kongress kommt nach den Wahlen nur zu einer kurzen Sitzung zusammen.
Politisches Risiko nach den Wahlen
Die Wahl könnte die Lage für GM allerdings verändern. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern könnten Ford, GM und Stellantis unter Druck geraten, falls die Demokraten stark abschneiden. Die drei Konzerne haben ihre Elektropläne zurückgefahren und für lockerere Regeln geworben.
Die Demokraten wollen die Rücknahme der Emissionsvorschriften prüfen. Per Congressional Review Act könnten sie Regelungen angreifen, die den Verkauf spritdurstiger Pick-ups und SUVs erleichtern. Ein Präsidentenveto bliebe jedoch möglich, ein Selbstläufer wäre das also nicht.
Die Wettquoten auf Polymarket sehen mit 72 Prozent einen demokratischen Durchmarsch als wahrscheinlichstes Szenario. Trumps Zustimmungswerte liegen laut einer Umfrage auf einem Tiefstand.
Für GM fällt die Entscheidung damit in den kommenden Tagen: Das China-Verbot muss in der kurzen Sitzung nach der Wahl auf die Tagesordnung, sonst droht das Vorhaben unter einem neu zusammengesetzten Kongress zu verzögern.
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