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Global X Copper Miners ETF: 4,2-Prozent-Sprung auf 85,68 USD

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 18:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der ETF gewinnt angesichts chilenischer Streiks und positiver Branchenbewertungen; UBS erwartet ein wachsendes Kupferdefizit bis 2027.

Global X Copper Miners ETF steigt 4,2 Prozent bei Angebotsrisiken
Nahaufnahme von Rohkupfererz in einem Tagebau-Bergwerk bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Der Global X Copper Miners ETF verzeichnet am heutigen Freitag einen deutlichen Kurssprung und notiert bei 85,68 USD. Das entspricht einem Tagesplus von 4,2 %, womit sich der Wert wieder bis auf 14 % an sein 52-Wochen-Hoch heranschiebt.

Hauptverantwortlich für den Aufwärtstrieb sind eskalierende Arbeitskämpfe in chilenischen Großminen sowie neue Analysteneinschätzungen, die den Produzenten trotz der jüngsten Volatilität eine erhebliche Unterbewertung bescheinigen.

Arbeitskämpfe in Chile verknappen das Weltmarktangebot

Die Versorgungslage am Kupfermarkt spitzt sich durch Streiks in Chile, dem weltweit bedeutendsten Förderland, zusehends zu. Bei der Centinela-Mine von Antofagasta haben seit Mittwoch 709 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt, nachdem Lohnverhandlungen gescheitert waren.

Dieser Ausstand betrifft rund 22 % der direkten Belegschaft und stört bereits den Bergbau sowie den Transport. Laut Berichten der Gewerkschaft könnte sich die Produktion im November durch die anhaltenden Maßnahmen halbieren, falls keine Einigung erzielt wird. Im vergangenen Jahr produzierte die Mine rund 240.400 Tonnen Kupfer.

Parallel dazu droht ein Streik in der Escondida-Mine, der weltweit größten Kupferlagerstätte. Dort hat das Aufsichtspersonal ein Vertragsangebot des Betreibers BHP abgelehnt. Zwar läuft derzeit eine staatlich vermittelte Schlichtung, doch das Risiko eines kompletten Produktionsstopps bleibt bestehen.

An der Mine sind neben BHP mit 57,5 % auch Rio Tinto mit 30 % und ein japanisches Konsortium beteiligt. Diese Unsicherheiten treffen auf einen Markt, in dem Chiles Kupferproduktion bereits im August auf den niedrigsten Stand seit Februar 2011 gefallen war.

Analysten sehen signifikante Unterbewertung der Produzenten

Trotz der operativen Risiken bewerten Analysten die Aktien der Kupferförderer derzeit als attraktiv. Sam Crittenden von RBC weist darauf hin, dass nordamerikanische Kupferproduzenten aktuell einen Preisabschlag von 23 % gegenüber dem Spotmarkt einpreisen.

Im historischen Durchschnitt lag dieser Abschlag lediglich bei 11 %. RBC stuft die Branche daher als unterbewertet ein und zählt Unternehmen wie Hudbay, Capstone und First Quantum zu den Favoriten für das laufende Quartal.

Unterstützt wird diese Sichtweise durch Prognosen der UBS. Die Großbank erwartet, dass sich das weltweite Kupfermarktdefizit von 219.000 Tonnen im laufenden Jahr auf 379.000 Tonnen im Jahr 2027 ausweiten wird. Infolge dieser Knappheit prognostiziert UBS für das kommende Jahr einen Kupferpreis von bis zu 15.500 USD pro Tonne.

Kurzfristige Kursrücksetzer werden von den Experten explizit als Kaufgelegenheiten gewertet, da die physische Nachfrage insbesondere in Asien robust bleibt. Dies unterstreicht auch die Yangshan-Importprämie in China, die am Donnerstag mit 125 USD pro Tonne den höchsten Stand seit November 2022 erreichte.

Infrastruktur für Künstliche Intelligenz als Wachstumstreiber

Langfristig profitiert der Sektor von einem massiven Nachfrageschub durch den Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI). Experten rechnen damit, dass der Bedarf für die Verkabelung und Infrastruktur in diesem Segment bis zum Jahr 2030 zusätzlich 512.000 Tonnen Kupfer erfordern könnte.

Laut Medienberichten sichern sich Technologiekonzerne wie Meta, Microsoft und Amazon bereits aktiv den Zugriff auf künftige Liefermengen, um Engpässe zu vermeiden.

Auch politische Faktoren in den USA beeinflussen die Marktdynamik. Diskutierte Zollpläne auf raffiniertes Kupfer haben zuletzt dazu geführt, dass verstärkt Lieferungen in US-Lagerhäuser umgeleitet wurden, was die Bestände an anderen Handelsplätzen verknappte.

Während die US-Regierung noch über die genaue Ausgestaltung von Zöllen berät, die ab 2027 greifen könnten, stützen die Sorgen um das globale Angebot außerhalb der USA das Preisniveau. Der ETF reflektiert diese Gemengelage aus kurzfristigen Lieferrisiken und dem strukturellen Wandel durch die globale Elektrifizierung.

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