GLOBALFOUNDRIES Aktie: Dresden wird zum KI-Standort
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 15:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
GlobalFoundries baut Dresden zum gröĂten Foundry-Standort Europas aus und legt zugleich eine neue Chip-Plattform fĂŒr "Physical AI" vor. Beides gab der Konzern heute bekannt. Es geht um Roboter, Fahrzeuge und Industrieanlagen, die Daten direkt vor Ort verarbeiten, statt sie in die Cloud zu schicken.
Richtfest fĂŒr das SPRINT-Projekt
Anlass ist das Richtfest der Erweiterung SPRINT. GF investiert dafĂŒr 1,1 Milliarden Euro. Bis Ende 2028 soll die JahreskapazitĂ€t auf mehr als eine Million 300-Millimeter-Wafer steigen, aktuell sind es bis zu 950.000. Der Bauabschnitt liegt nach Unternehmensangaben im Zeit- und Kostenplan, der Betrieb der bestehenden Fabrik lĂ€uft wĂ€hrenddessen voll weiter. Als Generalunternehmer fungiert Exyte.
Das Vorhaben lĂ€uft im Rahmen des European Chips Act und wird von der EU, dem Bund und dem Freistaat Sachsen unterstĂŒtzt. Seit 2009 hat GF in Dresden mehr als zehn Milliarden Euro investiert. Rund 3.000 Menschen arbeiten dort. Die zusĂ€tzliche KapazitĂ€t zielt auf Automobil, Luftfahrt, industrielles IoT und Verteidigung. Kunden mit hohen Sicherheitsanforderungen sollen zudem Prozesse und DatenflĂŒsse ausschlieĂlich in Europa nutzen können.
FDX Fusion: Der nÀchste FD-SOI-Schritt
Die technologische AnkĂŒndigung ist FDX Fusion, eine Weiterentwicklung der FD-SOI-Technologie. Die erste Generation soll digitale Leistung der 7-Nanometer-Klasse liefern und die Dichte gegenĂŒber der ersten FDX-Generation mehr als verdoppeln. Hinzu kommen Analog-, Mixed-Signal- und Hochfrequenzfunktionen sowie eingebetteter Speicher in einer einzigen Technologie.
Der Zeitplan: Demonstrator-Silizium fĂŒr frĂŒhe Kundentests ist fĂŒr Anfang 2027 anvisiert, ein erstes Design-Kit fĂŒr Mitte 2027. Die Fertigung soll 2028 in Dresden beginnen. GF verhandelt nach eigenen Angaben bereits mit mehreren Kunden ĂŒber die frĂŒhe Entwicklung.
UnterstĂŒtzung kommt aus der Branche. Infineon will gemeinsam mit GF kĂŒnftige 7-Nanometer-Technologien fĂŒr Radar- und Funkprodukte definieren. Bosch, NXP, Siemens und Tesla Ă€uĂerten sich positiv zur Roadmap. Verbindliche AuftrĂ€ge sind damit allerdings nicht verbunden.
Fördergelder noch offen
Offen ist die Finanzierung der Technologieentwicklung. GF will dafĂŒr das europĂ€ische IPCEI-Programm fĂŒr fortgeschrittene Halbleitertechnologien nutzen. Die Zustimmung der Bundesregierung steht noch aus. Davon hĂ€ngt ab, wie schnell FDX Fusion vom Konzept in die Serie kommt. Der nĂ€chste greifbare Meilenstein ist das Demonstrator-Silizium Anfang 2027.
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