GoDaddy, Aktie

GoDaddy Aktie: Zahlen gut, Kurs weg

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 00:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

GoDaddy übertrifft Gewinnerwartungen, doch der Ausblick auf das Wachstumstempo enttäuscht die Börse und führt zu einem deutlichen Kursrückgang.

GoDaddy Aktie: Starke Quartalszahlen, aber Ausblick enttäuscht
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Bessere Gewinne, mehr Umsatz, höhere Margen – und trotzdem ein Kursrutsch von rund 14 Prozent. GoDaddy liefert bei den Quartalszahlen fast überall über Plan, doch die Anleger reagieren mit Verkäufen statt Applaus. Der Grund liegt weniger im Rückblick als im Ausblick.

Der Domain-Riese aus Tempe, Arizona, meldete für das zweite Quartal 2026 einen Gewinn je Aktie von 1,83 Dollar – deutlich über der Erwartung von 1,69 Dollar. Der Umsatz kletterte um 6,7 Prozent auf 1,298 Milliarden Dollar, ebenfalls leicht über Konsens. Der Nettogewinn stieg von 199,9 Millionen auf 240,1 Millionen Dollar im Vorjahresvergleich.

Im regulären Handel gab die Aktie 5,49 Prozent auf 99,33 Dollar ab, nachbörslich ging es um weitere gut 9 Prozent auf rund 90 Dollar nach unten. Vom Schlusskurs des Vortags bei 105,10 Dollar bedeutet das einen kombinierten Rückgang von etwa 14 Prozent – ein deutlicher Ausschlag angesichts eines eigentlich soliden Zahlenwerks.

Wachstum ja, Tempo nein

Die operativen Kennzahlen sprechen zunächst für sich: Die Buchungen legten um 6 Prozent auf 1,422 Milliarden Dollar zu, der Umsatz pro Kunde stieg um 9 Prozent auf 250 Dollar. Die bereinigte EBITDA-Marge kletterte um mehr als 200 Basispunkte auf 33,4 Prozent, der freie Cashflow wuchs um 13 Prozent auf 443 Millionen Dollar.

Zwischen den beiden Geschäftssegmenten zeigt sich allerdings ein Gefälle. Applications & Commerce, der schneller wachsende Bereich rund um digitale Verkaufstools, legte um 11 Prozent auf 515 Millionen Dollar zu. Das klassische Core-Platform-Geschäft mit Domain-Registrierungen wuchs dagegen nur um 4 Prozent auf 783 Millionen Dollar – bleibt aber mit rund 60 Prozent Umsatzanteil das Rückgrat des Konzerns.

Genau hier liegt der wunde Punkt für den Markt: Die Jahresprognose für 2026 wurde auf eine Spanne von 5,215 bis 5,255 Milliarden Dollar eingeengt, was einem Wachstum von rund 6 Prozent im Mittel entspricht. Für ein Unternehmen, das sich als KI-Vorreiter positioniert, wirkt dieses Tempo auf viele Investoren zu gemächlich.

Airo wächst schnell – aber von kleiner Basis

Im Zentrum der Wachstumsstory steht Airo, GoDaddys KI-gestütztes Betriebssystem für Kleinunternehmer. Die annualisierte Buchungsrate der Plattform verfünffachte sich innerhalb eines Quartals von 10 Millionen auf 50 Millionen Dollar. Mehr als 70 Prozent der Kunden, die Airo in diesem Jahr nutzten, kaufen inzwischen zwei oder mehr Produkte – ein deutlich höherer Wert als bei Kunden ohne die Plattform.

Der Umbau hat aber auch einen Preis. Da ältere Produkte wie Website-Tools und professionelle Dienstleistungen in Airo aufgehen, belastete die Umstellung die Gesamtbuchungen im Quartal um rund 100 Basispunkte. Mit einer annualisierten Rate von 50 Millionen Dollar bleibt Airo zudem noch ein kleiner Baustein im Vergleich zum Gesamtumsatz von gut 5 Milliarden Dollar – die Unsicherheit, wie schnell daraus ein echter Wachstumstreiber wird, dürfte den Kursrutsch mit erklären.

Kapitalseitig bleibt der Konzern auf Kurs: Von 2022 bis heute sank die Zahl der voll verwässerten Aktien von 169 Millionen auf 127 Millionen, gestützt durch Rückkäufe von 0,9 Milliarden Dollar allein in diesem Jahr. Die Nettoverschuldung liegt bei 2,7 Milliarden Dollar, der Verschuldungsgrad sank auf das 1,4-Fache des EBITDA.

Mehr Klarheit zur langfristigen KI-Strategie soll es bei einer Investorenveranstaltung am 1. Dezember 2026 am Hauptsitz in Tempe geben. Bis dahin dürfte der Markt genau beobachten, ob sich die Buchungsrate von Airo weiter beschleunigt – oder ob die Übergangseffekte auf das Kerngeschäft noch länger sichtbar bleiben.

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