Gold, Anleiherallye

Gold: Anleiherallye stützt nach Tech-Ausverkauf

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 04:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sinkende US-Renditen und ein schwächerer Dollar stützten Gold, während Inflation und schwache chinesische Großhandelsnachfrage belasten.
Goldbarren auf einer dunklen Schieferplatte bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Der Ausverkauf bei Technologieaktien hat Gold am Freitag Unterstützung verschafft. Laut Reuters lösten Sorgen um den KI-Investitionsboom eine Flucht in Staatsanleihen aus. Die sinkenden US-Renditen verringerten dadurch die Opportunitätskosten der Goldanlage. Zusammen mit einem schwächeren Dollar half dies dem Edelmetall, sich nach dem inflationsbedingten Rückschlag zu stabilisieren. Eine Entwarnung beim Zinsrisiko bedeutet das allerdings nicht.

Anleiherallye entlastet den Goldmarkt

Besonders Halbleiterwerte gerieten am Freitag unter Druck. Die anschließenden Umschichtungen aus Aktien in Staatsanleihen drückten die Renditen und stärkten zugleich die Nachfrage nach sicheren Anlagen. Gold erhielt damit Unterstützung aus einer Entwicklung, deren Ausgangspunkt nicht im Edelmetallmarkt lag.

Zum Wochenschluss stand der Spotpreis bei 4.169,08 USD je Feinunze. Das Tagesminus von -0,04% zeigt allerdings, dass die günstigeren Rahmenbedingungen am Freitag keinen nachhaltigen Kursgewinn bis zum Handelsschluss ermöglichten.

Auch die geldpolitische Wahrnehmung entspannte sich. Nach Angaben von dpa-AFX deuteten Marktbeobachter den Auftritt von Fed-Chef Kevin Warsh als Hinweis auf eine mögliche Zinspause im Oktober. Die zuvor gestiegenen Erwartungen einer weiteren Anhebung verloren damit an Gewicht. Eine bestätigte Zinsentscheidung ist diese Interpretation nicht.

Die US-Inflationsdaten für September bleiben dabei der belastende Hintergrund. Die stärker als erwartet gestiegenen Verbraucherpreise hatten die Erwartungen einer restriktiveren Geldpolitik erhöht. Die jüngste Entlastung bei Dollar und Renditen steht somit einem weiterhin bestehenden Inflationsrisiko gegenüber.

Preisziele setzen auf spätere Erholung

Für eine spätere Erholung sprechen aus Sicht der Bank dagegen anhaltende Zentralbankkäufe und ein möglicherweise schwächerer US-Dollar. Das Szenario setzt also darauf, dass die bisherigen Gegenkräfte nachlassen und die strukturelle Nachfrage weiter trägt.

Auf Jahressicht veranschlagt er Potenzial bis 5.000 US-Dollar. Diese Marken sind Prognosen und keine bereits erreichten Preisniveaus.

Chinas Nachfrage liefert ein gemischtes Signal

Die Zentralbankkäufe erhalten durch China konkrete Unterstützung. Nach Angaben des World Gold Council vom Donnerstag kaufte die chinesische Zentralbank PBoC im September 23 Tonnen Gold. Das war der größte monatliche Zuwachs seit Oktober 2023.

Die staatliche Nachfrage steht allerdings im Kontrast zum physischen Großhandelsmarkt. Zentralbankkäufe lassen sich deshalb nicht als Beleg für eine durchgehend starke chinesische Goldnachfrage lesen.

Die physische Großhandelsnachfrage erreichte im dritten Quartal 2026 lediglich 234 Tonnen. Gegenüber dem Vorjahr entsprach das einem Rückgang um 21 %. Damit treffen staatliche Käufe auf eine deutlich schwächere Nachfrage in diesem Marktsegment.

Der nächste entscheidende geldpolitische Termin ist die Fed-Sitzung am 27.–28. Oktober. Zinsentscheid und Pressekonferenz am 28. Oktober könnten Dollar und Renditen erneut bewegen. Für Gold wird damit wichtig, ob die jüngste Entspannung der Zinserwartungen Bestand hat: Die Flucht aus Aktien stützt, beseitigt das geldpolitische Risiko aber nicht.

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