Gold, China

Gold: China setzt KĂ€ufe fort

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 17:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Zentralbanken stocken ihre Goldreserven weiter auf; US-Inflationsdaten geben als NĂ€chstes Hinweise auf den Fed-Zinspfad.

Goldpreis schließt trotz Dollar- und ÖlstĂŒtze niedriger
Stapel aus Goldbarren in einem sicher beleuchteten Tresorraum. Illustration mit AI erstellt.

Ein schwĂ€cherer US-Dollar und niedrigere Ölpreise haben Gold heute zeitweise gestĂŒtzt. Reuters zufolge richteten Anleger ihren Blick zugleich auf die anstehenden US-Inflationsdaten und deren Bedeutung fĂŒr den weiteren Zinskurs der Federal Reserve. Damit treffen kurzfristige Impulse auf eine lĂ€nger anhaltende Nachfrage der Zentralbanken. Diese KĂ€ufe bilden einen wichtigen Hintergrund fĂŒr den Goldmarkt, bestimmen aber nicht allein die tĂ€gliche Preisentwicklung.

Die zwischenzeitliche UnterstĂŒtzung fĂŒhrte nicht zu einem positiven Tagesschluss. Der Spotpreis schloss bei 4.165,37 USD je Feinunze. FĂŒr Anleger ist deshalb die Unterscheidung entscheidend: Ein zeitweiser Auftrieb durch Dollar und Öl ist noch keine anhaltende Erholung.

Zentralbanken setzen ihre KĂ€ufe fort

Wie Reuters am Mittwoch berichtete, erhöhte Chinas Zentralbank ihre Goldreserven im September um 740.000 Feinunzen auf 77,47 Millionen Feinunzen. Es war der 23. Kaufmonat in Folge. Die Bedeutung dieser Meldung liegt damit nicht nur im jĂŒngsten Zukauf, sondern auch in der KontinuitĂ€t der Nachfrage.

Diese KÀufe sind von den kurzfristigen Handelsimpulsen zu unterscheiden. Sie dokumentieren eine fortgesetzte Aufstockung der Reserven. Daraus lÀsst sich jedoch weder ein bestimmtes Preisniveau noch eine unmittelbar bevorstehende Trendwende ableiten.

Der World Gold Council meldete am 6. Oktober weltweite NettokĂ€ufe der Zentralbanken von 39 Tonnen im August. Die gemeldeten NettokĂ€ufe seit Jahresbeginn beliefen sich auf 170 Tonnen. Die Nachfrage beschrĂ€nkte sich somit nicht auf den jĂŒngsten chinesischen Reserveanstieg.

Auch die Verteilung der KĂ€ufe ist fĂŒr die Einordnung wichtig. China war im August nicht der einzige KĂ€ufer; weitere Zentralbanken trugen ebenfalls zur gemeldeten Nachfrage bei.

Auf China entfielen im August 20 Tonnen. Usbekistan und Polen kauften jeweils 8 Tonnen. Diese August-Zahlen betreffen einen anderen Berichtsmonat als die jĂŒngste Meldung zu Chinas September-Reserven.

Inflation als nĂ€chster PrĂŒfstein

Die Daten sollen Hinweise auf den weiteren Fed-Zinspfad liefern und sind deshalb ein kurzfristig relevanter Termin fĂŒr Gold.

Die fortgesetzten ReservekĂ€ufe beantworten diese Zinsfrage nicht. FĂŒr Anleger stehen damit zwei unterschiedliche Ebenen nebeneinander: die anhaltende Zentralbanknachfrage und die kurzfristige Bewertung des geldpolitischen Ausblicks. Nach der nur zeitweisen UnterstĂŒtzung heute rĂŒckt zunĂ€chst die zweite Ebene in den Vordergrund.

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