Gold: Dollar-Schwäche und sinkende Renditen stützen
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 14:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein schwächerer US-Dollar und sinkende US-Renditen haben Gold gestern bei der Erholung vom Zwei-Monats-Tief geholfen. Reuters nennt außerdem Käufe nach dem vorherigen Rückgang als Treiber. Damit hat sich der kurzfristige Gegenwind abgeschwächt. Die weitere Richtung hängt jedoch weiterhin wesentlich davon ab, wie Händler den Zinspfad der Federal Reserve einschätzen.
Die Entlastung kommt vom Zinsumfeld
Der Goldpreis schloss gestern mit einem Tagesplus von 1,5% bei 4.196,07 USD je Feinunze. Die Bewegung passt zu der von Reuters beschriebenen Entlastung durch Dollar und Renditen. Sie folgt auf das Zwei-Monats-Tief vom Mittwoch und die anschließende Stabilisierung am Donnerstag.
Noch am Dienstag hatte Reuters einen festeren Dollar und höhere US-Staatsanleiherenditen als Belastungen beschrieben. Zugleich begrenzten geringere Erwartungen einer Fed-Zinserhöhung im Oktober die Verluste.
Für Anleger ist deshalb die Ursache der Erholung wichtiger als das Tagesplus allein. Der jüngste Richtungswechsel betrifft genau jene Einflussfaktoren, die Gold zuvor unter Druck gesetzt hatten. Eine eindeutige geldpolitische Entwarnung lässt sich daraus nicht ableiten: Der weitere Fed-Kurs blieb auch gestern Gegenstand der Händlerbewertungen.
Anlagekäufe bilden ein Gegengewicht
Parallel zur kurzfristigen Zinsdebatte steht eine kräftige Nachfrage über physisch hinterlegte Gold-ETFs. Nach Angaben des World Gold Council erreichten deren Zuflüsse im dritten Quartal 2026 mit 31 Milliarden US-Dollar einen Quartalsrekord. Im September allein flossen 10 Milliarden US-Dollar zu.
Diese Nachfrage steht neben den täglichen Schwankungen durch Dollar und Anleiherenditen. Sie zeigt, dass der jüngste Preisrückgang nicht mit einem generellen Rückzug aus Goldanlagen gleichzusetzen ist. Rekordzuflüsse sind allerdings kein Beleg dafür, dass kurzfristige Belastungen durch die Geldpolitik verschwinden.
Die ETF-Bestände stiegen im September um 67 Tonnen auf den Rekordstand von 4.256 Tonnen. Damit gingen die hohen Mittelzuflüsse auch mit einem Ausbau der physisch hinterlegten Goldbestände einher.
Die Fed bleibt der nächste Prüfstein
Auch die strategische Nachfrage bleibt Teil der Einordnung. Zwei Zentralbankvertreter bezeichneten Gold am Montag bei der LBMA-Konferenz in Italien laut Reuters trotz gestiegener Anleiherenditen als strategische Reserveanlage. Als Gründe nannten sie Staatsverschuldung und geopolitische Unsicherheit.
Bis dahin stehen für Gold zwei unterschiedliche Kräfte nebeneinander: die durch ETF-Zuflüsse belegte Anlagennachfrage und die wechselnden Erwartungen an die US-Geldpolitik. Die Erholung vom Freitag zeigt eine Entlastung beim zweiten Faktor, aber noch keine Auflösung dieses Spannungsfelds.
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