Gold: Monatsminus von 6,7 Prozent
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 11:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mit einem leichten Anstieg von 0,5 Prozent beendete Gold den Handel am gestrigen Freitag bei 4.288,69 US-Dollar je Feinunze. Trotz dieser Stabilisierung zum Wochenausklang dominierte zuletzt deutlicher Gegenwind das Marktgeschehen: Auf Monatssicht steht ein Rückgang von 6,7 Prozent zu Buche.
Vor allem anziehende Renditen am US-Anleihemarkt und die Furcht vor einer anhaltend restriktiven Geldpolitik der Federal Reserve dämpften das Interesse an dem zinslosen Edelmetall spürbar.
Renditesprung und Zinssorgen belasten
Auslöser der jüngsten Schwächephase waren robuste Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten. Eine anhaltend dynamische Geschäftsaktivität sowie hartnäckiger Preisdruck schürten an den Märkten Erwartungen, dass die US-Notenbank ihre Zügel noch weiter straffen könnte.
Zusätzliche Nervosität brachte der Rohölmarkt: Nach einem Raketenangriff auf Einrichtungen in Saudi-Arabien am Donnerstag zogen die Ölnotierungen vorübergehend an, was bestehende Inflations- und Zinssorgen weiter befeuerte.
Am Anleihemarkt spiegelte sich diese Entwicklung unmittelbar wider. Für Gold bedeutet das ein anspruchsvolles Umfeld, da festverzinsliche Papiere im Dollarraum dadurch spürbar an Attraktivität gewinnen.
Medienberichten zufolge sorgten zwischenzeitliche Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte bei einem Abkommen zwischen den USA und dem Iran lediglich für eine kurze Beruhigung.
Positionierung der Spekulanten geht zurück
Der Druck schlug sich auch in den Positionen der institutionellen Anleger nieder. Nach Angaben der US-Aufsichtsbehörde CFTC reduzierten nichtkommerzielle Akteure an der Terminbörse COMEX ihre Engagements. Die Zahl der Long-Kontrakte sank per 22. September auf 253.982, während die Short-Positionen leicht auf 28.129 Kontrakte anzogen. In der Kategorie des sogenannten Managed Money belief sich die Netto-Long-Positionierung auf 127.389 Kontrakte.
Aus Sicht der Schweizer Großbank UBS hält die jüngste Zinserhöhung der Fed zwar die Realrenditen sowie den US-Dollar hoch und belastet den Goldpreis kurzfristig. Dennoch verwies die Bank am Mittwoch darauf, dass dieser Gegenwind ihren strategisch positiven, längerfristigen Ausblick für das Edelmetall nicht aufhebe.
Signale aus Asien und Blick auf Arbeitsmarktdaten
Auf der physischen Seite zeichnete sich zuletzt ein gemischtes Bild ab. Daten der Schweizer Zollbehörde für den August belegen unverändert lebhafte Ausfuhren von insgesamt 156,5 Tonnen, wovon der Großteil nach Großbritannien und China floss.
Demgegenüber meldete der Branchenverband World Gold Council für Indien im August einen deutlichen Dämpfer: Die geschätzten Bruttoimporte gingen im Monatsvergleich um 45 Prozent auf 15 bis 20 Tonnen zurück, da das lokale Angebot vor Ort die Nachfrage vorerst deckte.
Für Marktteilnehmer richtet sich die Aufmerksamkeit nun auf die nächsten Signale der US-Wirtschaft. Am kommenden Freitag, den 2. Oktober, veröffentlicht das Bureau of Labor Statistics den neuen US-Arbeitsmarktbericht. Die Entwicklung der Beschäftigung und der Löhne dürfte entscheidende Hinweise darauf liefern, wie viel Spielraum der Federal Reserve bei ihren kommenden Zinsentscheidungen verbleibt.
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