Gold, Notenbanken

Gold: Notenbanken kaufen 39 Tonnen im August

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 14:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Zentralbanken stockten ihre Goldreserven bis Ende August 2026 auf 170 Tonnen auf; Dollar und US-Renditen begrenzen den Preisspielraum.

Notenbanken kaufen im August 39 Tonnen Gold, China führt
Mehrere glänzende Goldbarren auf einer dunklen, strukturierten Oberfläche in einer professionellen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die weltweiten Währungsbehörden greifen am Edelmetallmarkt weiter zu. Wie der Branchenverband World Gold Council heute mitteilte, summierten sich die gemeldeten Nettokäufe der Notenbanken im August auf 39 Tonnen Gold.

Angeführt wurden die Transaktionen von China mit Zukäufen von 20 Tonnen, gefolgt von Usbekistan und Polen mit jeweils 8 Tonnen. Bis Ende August erhöhten sich die offiziellen Notenbankkäufe im Jahr 2026 damit auf insgesamt 170 Tonnen.

Die anhaltenden Zukäufe des offiziellen Sektors treffen auf ein Marktumfeld, das von gegenläufigen Kräften geprägt ist. Einerseits lasten ein festerer US-Dollar und das hohe Renditeniveau am US-Anleihemarkt auf dem zinslosen Edelmetall.

Andererseits dämpfen schwindende Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung der Federal Reserve im Oktober stärkere Kursabgaben. Im heutigen Handel legte der Goldpreis um 0,3 Prozent auf 4.151,52 US-Dollar je Feinunze zu.

Geopolitische Risiken und wachsende Staatsschulden

Die Rolle des Edelmetalls als strategische Reserve gewinnt vor dem Hintergrund globaler Spannungen wieder an Bedeutung. Bundesbankpräsident Joachim Nagel betonte gestern auf der Global Precious Metals Conference, geopolitische Erschütterungen beeinflussten Inflation sowie geldpolitische Risiken. Ein zunehmend fragmentiertes und unsicheres Umfeld werfe grundlegende Fragen zur Diversifizierung und zur Bedeutung von Gold in den Währungsreserven auf.

Auch strukturelle Verschiebungen im Finanzsystem bleiben ein bestimmender Faktor. UBS-Analyst Giovanni Staunovo erklärte, dass die weltweit steigenden Staatsschulden einen anhaltenden strukturellen Rückenwind für Gold darstellten. Gleichzeitig deckelten der robuste Dollar und die hohen Renditen jedoch das Aufwärtspotenzial bei kurzfristigen Erholungsversuchen.

US-Zinspfad bestimmt die kommenden Impulse

Für die kommenden Handelstage richten Marktbeobachter den Blick vor allem auf die amerikanische Geldpolitik. Am morgigen Mittwoch veröffentlicht die US-Notenbank das Protokoll ihrer Zinssitzung von Mitte September, was neue Aufschlüsse über den weiteren Zinspfad liefern könnte.

Zudem legt das US-Arbeitsministerium am 14. Oktober die Verbraucherpreisdaten für September vor. Sollten die Inflationsdaten überraschen, dürfte dies die Zinserwartungen erneut verschieben und über Dollar und Anleiherenditen unmittelbare Impulse für den Goldmarkt liefern.

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