Gold: Notierung fällt auf Siebenwochentief
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 17:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
An den internationalen Edelmetallmärkten bestimmt das Ringen um die Zinsentwicklung das Geschehen. Im Vorfeld der anstehenden geldpolitischen Signale aus den Vereinigten Staaten bewegt sich der Goldpreis in einer Phase erhöhter Wachsamkeit. Am heutigen Montag erholte sich die Notierung im frühen Handel leicht, nachdem Anleger die jüngsten Signale aus der US-Wirtschaft bewerteten. Zuletzt stand der Spotpreis bei 4.143,62 USD je Feinunze.
Anleiherenditen und Dollar dämpfen Aufwärtsimpulse
Die Zinserwartungen an die Federal Reserve bleiben das beherrschende Thema.
Vor rund einem Monat hatte die US-Notenbank den Leitzins angehoben. Seither verlor Gold über einen Zeitraum von 30 Tagen 6,5 Prozent an Wert. Höhere Zinsen belasten traditionell Rohstoffe, die keine laufenden Erträge abwerfen. Zusätzlich trübten steigende Ölpreise das Marktumfeld, als sie Ende September neue Inflations- und Zinserhöhungssorgen schürten. In der Konsequenz war die Notierung zeitweise auf ein Siebenwochentief abgerutscht.
Zurückhaltung bei ETFs und physischer Nachfrage
Die Zinssorgen spiegeln sich auch im Verhalten institutioneller Marktteilnehmer wider. Wie Reuters unter Berufung auf Daten des World Gold Council berichtete, verzeichneten physisch besicherte Gold-ETFs in der Vorwoche erstmals seit Mitte Juli wieder Nettoabflüsse. Dabei lagen die Zu- und Abflüsse dem Bericht zufolge nahezu gleichauf.
Gleichzeitig verzeichnete auch der wichtige asiatische Markt vorübergehende Bremsspuren. Laut Reuters gingen die chinesischen Goldprämien im Vorfeld der dortigen Feiertagswoche bis auf null zurück. Auf der Angebotsseite gab es hingegen eine Entlastung. Beim Bergbauunternehmen Barrick Mining einigten sich Gewerkschaften und Management am Loulo-Gounkoto-Komplex in Mali, wodurch angekündigte Streiks abgewendet wurden.
Ausblick auf Protokoll und Verbraucherpreise
Für die Marktteilnehmer rücken in den kommenden Tagen konkrete geldpolitische Termine in den Mittelpunkt. Am 7. Oktober veröffentlicht die Federal Reserve das Protokoll ihrer September-Sitzung. Von den detaillierten Mitschriften erhoffen sich Anleger neue Einblicke in die Zinsdebatten der Währungshüter.
Am 14. Oktober legt das US Bureau of Labor Statistics zudem den US-Verbraucherpreisindex für September vor. Als zentraler Inflationsindikator dürfte dieser Bericht maßgeblich darüber entscheiden, wie straff die Geldpolitik im weiteren Herbstverlauf bleibt.
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