Gold: PBOC kauft 19. Monat in Folge
Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 23:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Goldpreis notiert am Mittwoch bei 4.478,80 US-Dollar und liegt damit 1,2 Prozent über dem gestrigen Schlusskurs von 4.427,20 Dollar. Der eigentliche Treiber der jüngsten Stärke liegt jedoch nicht im Tagesgeschäft, sondern in einem strukturellen Trend: der anhaltenden Goldkauf-Serie der chinesischen Zentralbank.
PBOC baut Reserven seit 19 Monaten aus
Die chinesischen Goldreserven erreichten im Mai 74,96 Millionen Unzen, ein Plus von 0,32 Millionen Unzen gegenüber April. Damit stockt die People's Bank of China ihre Bestände den 19. Monat in Folge auf.
Gleichzeitig kletterten Chinas Währungsreserven auf 3,4422 Billionen Dollar, ein Zuwachs von 31,7 Milliarden Dollar oder 0,93 Prozent gegenüber dem Vormonat und der höchste Stand seit November 2015. Die Zentralbank begründet den fortgesetzten Goldkauf mit dem Ziel, den Anteil des Edelmetalls an den Reserven zu diversifizieren und die Stabilität der eigenen Währung zu untermauern.
Nach anderen Angaben aus der Branche soll die Kaufserie bereits 21 Monate andauern, mit einem Zuwachs von 20 Tonnen allein im Juli. Unabhängig von der genauen Zählweise zeichnet sich ein klares Bild ab: Peking hat seine Goldkäufe seit vergangenem Jahr nicht unterbrochen. Ergänzend dazu kauften Zentralbanken weltweit im zweiten Quartal 289 Tonnen Gold, während chinesische Gold-ETFs zuletzt 14 Tage in Folge Nettozuflüsse verzeichneten.
Zwei-Monats-Hoch nach starkem Lauf
Der Goldpreis war zuletzt auf ein Zweimonatshoch über 4.400 Dollar geklettert, ein Anstieg von rund zehn Prozent innerhalb von zwei Wochen. Auf Monatssicht steht seit Ende Juli ein Plus von rund 12 Prozent, auf Jahressicht ein Zuwachs von etwa 34 Prozent zu Buche.
Vom Rekordhoch bei 5.586,20 Dollar aus Ende Januar ist der Preis dennoch noch rund 20 Prozent entfernt – im Juli war das Metall zwischenzeitlich bis auf etwa 4.020 bis 4.040 Dollar zurückgefallen, ein Einbruch von 25 bis 28 Prozent gegenüber dem Januar-Hoch.
Dass der Preis nun wieder deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 4.541,34 Dollar zurückzukehren versucht – aktuell liegt er noch 1,4 Prozent darunter –, während er über dem 50-Tage-Durchschnitt von 4.171,19 Dollar liegt, zeigt die Dynamik der jüngsten Erholung.
Ein Analyst sprach im Zusammenhang mit dem Verhältnis von Rohstoffen zu Aktien von einem möglichen Wendepunkt zugunsten von Gold und Silber und warnte zugleich vor einer fragilen Aktienmarktrally.
Notenbank-Nachfrage als Gegengewicht zu Zinssorgen
Bemerkenswert ist, dass die anhaltenden Notenbankkäufe den Goldpreis stützen, obwohl an den Märkten wieder verstärkt über mögliche Zinserhöhungen der US-Notenbank diskutiert wird – für September werden die Wahrscheinlichkeiten je nach Quelle zwischen 40 und 55 Prozent gehandelt, für Oktober liegt eine Schätzung bei 63 Prozent.
Normalerweise würde ein höheres Zinsniveau Gold als zinslose Anlage belasten. Dass der Preis trotzdem zulegt, unterstreicht, wie stark die strukturelle Nachfrage aus Fernost derzeit wirkt.
Der technische Indikator RSI notiert mit 68,9 im überkauften Bereich, was kurzfristig auf eine Verschnaufpause hindeuten könnte. Angesichts der seit anderthalb Jahren ungebrochenen chinesischen Kaufserie dürfte der langfristige Trend für Anleger jedoch weiterhin im Vordergrund stehen.
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