Gold, Tanker-Angriffe

Gold: Tanker-Angriffe in Hormus beflügeln Sorgen

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 12:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Tankerangriffe schüren Inflationssorgen, während Zinserwartungen den Goldkurs belasten und institutionelle Käufe sowie Zentralbanken stützen.

Goldpreis stabilisiert sich trotz Hormus-Risiken und Zinsdruck
Ein großer Öltanker fährt bei goldenem Licht durch die Straße von Hormus. Illustration mit AI erstellt.

Erneute Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus haben am Rohstoffmarkt die Sorgen vor neuen Versorgungsengpässen und anziehender Inflation verstärkt. Am heutigen Donnerstag stabilisierte sich der Goldpreis nach vorangegangenen Verlusten, die die Notierung zuvor auf den tiefsten Stand seit Anfang August gedrückt hatten. Eine Feinunze kostet aktuell 4.122,76 US-Dollar, was einem leichten Tagesplus von 0,3 Prozent entspricht.

Geopolitische Risiken treffen auf straffe Geldpolitik

Die Zwischenfälle auf der wichtigen Schifffahrtsroute im Nahen Osten rufen bei Marktteilnehmern wieder Inflationsängste hervor. Laut Reuters stützen die Vorfälle zugleich Spekulationen, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen noch im laufenden Jahr weiter anheben könnte. Höhere Energiepreise und Transportrisiken drohen den Preisdruck erneut anzuheizen.

Für das Edelmetall bedeutet diese Entwicklung ein zweischneidiges Schwert. Zwar gilt Gold traditionell als Absicherung gegen geopolitische Krisen und Geldentwertung. Gleichzeitig lastet die Aussicht auf anhaltend hohe oder weiter steigende Leitzinsen auf dem zinslosen Rohstoff, da festverzinsliche Anlagen dadurch an Attraktivität gewinnen.

Zinsdruck überlagert fundamentale Nachfrage

Diese Zinserwartungen dämpften in den vergangenen Wochen die Notierungen merklich: Vom 52-Wochen-Hoch bei 5.598,58 US-Dollar trennen den Kurs derzeit 26 Prozent.

Gleichzeitig bleibt die physische Nachfrage eine wesentliche Stütze im Hintergrund. Institutionelle Investoren nutzten die jüngsten Preiskorrekturen für Zukäufe über Verbriefungen, während Zentralbanken weiterhin als Nettokäufer am Markt agieren. Dieser Nachfrageboden verhinderte bislang ein noch deutlicheres Abrutschen, kann die Zinsängste kurzfristig aber nicht vollständig aufwiegen.

Wichtige Inflations- und Notenbanktermine im Blick

In den kommenden Wochen dürften vor allem frische Konjunkturdaten die Richtung am Goldmarkt vorgeben. Besondere Aufmerksamkeit richtet sich auf das US Bureau of Labor Statistics, das am 14. Oktober den Verbraucherpreisindex für September veröffentlichen wird. Dieser Bericht liefert entscheidende Hinweise darauf, wie hartnäckig sich die Teuerung in den USA tatsächlich hält.

Unmittelbar danach steht die nächste geldpolitische Sitzung der Federal Reserve an, die für den 27. und 28. Oktober terminiert ist. Bis dahin dürften die Spannungen am Golf und die Erwartungen an die Zinspfade der Währungshüter das Geschehen beim Edelmetall maßgeblich bestimmen.

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