Gold: World Gold Council halbiert Investitionsprognose
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 19:43 Uhr | Redaktion boerse-global.deGold gewinnt heute im Umfeld eines schwächeren US-Dollars und sinkender US-Anleiherenditen 3,0%. Damit stehen finanzielle Rahmenbedingungen hinter der Erholung, nicht ein breiter Aufschwung der physischen Nachfrage. Reuters zufolge reagierten die Märkte auf den Gewinn beider US-Kongresskammern durch die Demokraten. Für Anleger ist deshalb entscheidend, die kurzfristige Unterstützung von der uneinheitlichen Nachfrageentwicklung zu unterscheiden.
Dollar und Renditen liefern Rückenwind
Der Goldpreis erreicht zum Tagesschluss 4.046,01 USD je Feinunze. Reuters nennt neben dem Rückgang von Dollar und Anleiherenditen auch Sorgen über mögliche Folgen des Wahlausgangs für den KI-Ausbau und die US-Wachstumsaussichten.
Die heutige Bewegung lässt sich damit vor allem als Reaktion auf veränderte Erwartungen an das wirtschaftliche Umfeld einordnen. Sie ist für sich genommen kein Beleg dafür, dass Schmuckkäufer oder private Käufer von Barren und Münzen wieder stärker zugreifen. Die gestern veröffentlichten Nachfragedaten zeichnen vielmehr ein geteiltes Bild.
Zentralbanken stützen, private Käufer bremsen
Der World Gold Council bezifferte die Nettokäufe der Zentralbanken auf 321 Tonnen. Das entsprach einem Anstieg um 42% gegenüber dem Vorjahresquartal. Von Januar bis September summierten sich ihre Käufe auf 675 Tonnen.
Damit stehen die Zentralbanken auf der Käuferseite deutlich anders da als die privaten Nachfragesegmente. Auch Gold-ETFs verzeichneten Zuflüsse. Diese Unterstützung ging allerdings nicht mit einer durchgehend steigenden Nachfrage einher.
Die weltweite Goldnachfrage sank gegenüber dem Vorjahresquartal um 1% auf 1.369 Tonnen. Die Zuflüsse in Gold-ETFs beliefen sich auf 211 Tonnen.
Bei Schmuck sowie Barren und Münzen zeigte die Entwicklung in die Gegenrichtung. Die Unterschiede zwischen den Käufergruppen sprechen gegen die Deutung, der heutige Preisanstieg werde bereits von einer einheitlichen Nachfragebelebung getragen.
Die Schmucknachfrage ging um 17% zurück. Bei Barren und Münzen betrug das Minus 19%. Reuters zufolge senkte der World Gold Council zugleich seine Prognose für das Wachstum der Goldinvestitionsnachfrage 2026 von 400 auf 200 Tonnen.
Arbeitsmarktdaten als nächster Termin
Parallel hob der Verband seine Schätzung für Zentralbankkäufe an. Die vorsichtigere Einschätzung der Investitionsnachfrage bedeutet somit nicht, dass sämtliche tragenden Käufergruppen schwächer eingeschätzt werden.
Der nächste angekündigte Termin ist der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober am Freitag, den 6. November. Laut Reuters gelten die Daten als möglicher Hinweisgeber für den weiteren geldpolitischen Kurs der Federal Reserve.
Nach der heutigen Reaktion auf Dollar und Renditen bietet dieser Bericht einen weiteren Bezugspunkt für die Einordnung des Goldpreises. Die fundamentale Ausgangslage bleibt dabei geteilt: Zentralbankkäufe und ETF-Zuflüsse stehen einer schwächeren privaten Nachfrage gegenüber.
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