Gold: Zentralbanken kaufen 42 Prozent mehr
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 20:49 Uhr | Redaktion boerse-global.deZentralbanken und andere offizielle Institutionen haben ihre GoldkĂ€ufe deutlich ausgeweitet. Im dritten Quartal 2026 erwarben sie 42 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Die krĂ€ftigen KĂ€ufe stehen im Kontrast zur insgesamt leicht rĂŒcklĂ€ufigen Goldnachfrage und geben der Erholung des Edelmetalls einen fundamentalen Anhaltspunkt.
Offizielle KĂ€ufer setzen einen Gegenakzent
Die weltweite Goldnachfrage erreichte im dritten Quartal 1.369 Tonnen und lag damit 1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der stÀrkere Zugriff der offiziellen Institutionen ging also nicht mit einem breiten Nachfrageanstieg einher.
FĂŒr Anleger ist diese Unterscheidung wichtig: Die ZentralbankkĂ€ufe sprechen fĂŒr eine robuste Nachfrage dieses KĂ€uferkreises. Sie sind aber kein Beleg dafĂŒr, dass sĂ€mtliche Bereiche des Goldmarkts gleichermaĂen StĂ€rke zeigen. Gerade die Unterschiede zwischen den KĂ€ufergruppen prĂ€gen das Bild.
Am Dienstag meldete der World Gold Council einen RĂŒckgang der Nachfrage nach Barren und MĂŒnzen um 19 Prozent. Die Schmucknachfrage sank um 17 Prozent. Gold-ETFs verzeichneten dagegen ZuflĂŒsse von 211 Tonnen.
Die verschiedenen Formen der Goldanlage entwickelten sich somit unterschiedlich. WĂ€hrend Barren und MĂŒnzen weniger gefragt waren, floss Gold in börsengehandelte Fonds. Zusammen mit den offiziellen KĂ€ufen ergibt sich ein gemischtes Nachfragebild statt eines einheitlichen Aufschwungs.
Dollar und Renditen helfen dem Preis
Kurzfristig erhielt Gold zusĂ€tzlich UnterstĂŒtzung vom Finanzmarkt. Reuters zufolge stieg das Edelmetall heute nach den US-Zwischenwahlen auf ein Zweiwochenhoch. Ein schwĂ€cherer US-Dollar und sinkende Renditen amerikanischer Staatsanleihen stĂŒtzten die Erholung.
Der Tagesschlusskurs von 4.110,55 USD je Feinunze und das Tagesplus von 1,2% spiegeln diese Erholung wider. Die Bewegung trifft auf krÀftigere offizielle KÀufe, ohne dass die gesamte Nachfrage bereits Wachstum ausweist.
FĂŒr die Einordnung der Erholung bleibt die Trennung zwischen kurzfristigen Preistreibern und der Nachfrageentwicklung entscheidend. Dollar und Treasury-Renditen halfen dem Preis heute unmittelbar.
Die stĂ€rkeren ZentralbankkĂ€ufe liefern daneben einen konkreten Nachfragebeleg. Die SchwĂ€che bei Schmuck sowie Barren und MĂŒnzen begrenzt jedoch die Aussagekraft fĂŒr den Gesamtmarkt: Der Goldpreis erholt sich, die Nachfrage zieht bislang nicht auf breiter Front mit.
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