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Grand City Properties Aktie: Solide Zahlen, müder Kurs

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Grand City Properties steigert Mieteinnahmen und Ebitda, der FFO1 sinkt jedoch wegen teurer Refinanzierung. Die Prognose bleibt bestätigt.

Grand City Properties: Operativ stark, Aktie dennoch schwach
Moderne Architektur eines Wohngebäudes in der Abendsonne als Symbol für den Immobilienmarkt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Höhere Mieten, mehr Wohnungen, bestätigte Prognose — und trotzdem gibt die Aktie leicht nach. Bei Grand City Properties zeigt sich im ersten Halbjahr ein vertrautes Muster: Das operative Geschäft läuft rund, doch Finanzierungskosten drücken auf die Kennzahlen, die für die Immobilienbranche zählen.

Die Nettomieteinnahmen des Wohnungsanbieters legten in den ersten sechs Monaten um drei Prozent auf gut 219 Millionen Euro zu. Auch das bereinigte Ebitda kletterte um drei Prozent auf 174 Millionen Euro. Der FFO1, die entscheidende Ergebnisgröße für Immobilienkonzerne, sank dagegen um vier Prozent auf 91,5 Millionen Euro — belastet durch die im zweiten Quartal abgeschlossene Refinanzierung der Perpetual Notes.

Refinanzierung kostet kurzfristig Ertrag

Grand City hat seinen kompletten Bestand an Perpetual Notes neu aufgestellt: 600 Millionen Euro frisches Kapital zu 5,25 Prozent Kupon ersetzten Anleihen, die nur 1,5 Prozent kosteten. Das drückt die laufenden Finanzierungskosten, schafft aber Planungssicherheit bis 2031 — die nächsten Rückrufdaten liegen erst dann an. Der Gewinn unter dem Strich schrumpfte im Halbjahr um rund 40 Prozent auf knapp 129 Millionen Euro, vor allem weil die Neubewertung der Immobilien schwächer ausfiel als im Vorjahreszeitraum.

Für das Gesamtjahr bleibt der Konzern bei seiner Linie: ein Anstieg der Nettomieteinnahmen von rund 3,5 Prozent, ein FFO1 zwischen 175 und 185 Millionen Euro — damit etwas weniger als 2025. Die Dividendenpolitik wurde derweil neu justiert: Künftig sollen 50 Prozent des FFO1 pro Aktie ausgeschüttet werden, für 2026 entspräche das 0,50 bis 0,53 Euro je Aktie.

Portfolio wächst, London liefert Substanz

Ende Juni hielt Grand City knapp 61.200 Wohnungen, etwas mehr als zum Jahresende 2025. Berlin, Nordrhein-Westfalen und London bleiben die Schwerpunkte. London macht zwar nur gut vier Prozent des Wohnungsbestands aus, steuert aber wegen der hohen Bewertungen fast ein Fünftel des gesamten Portfoliowerts von 9,2 Milliarden Euro bei.

Analyst Charles Boissier von der UBS sieht das operative Geschäft besser laufen als erwartet und verweist auf Mietenwachstum und niedrige Leerstandsquote. Kai Klose von Berenberg bezeichnete die Resultate als solide und verweist auf die Zukäufe des Vorjahres als Ertragstreiber.

Die Aktie selbst reagierte verhalten: Im XETRA-Handel gab das Papier zuletzt rund 0,4 Prozent auf 9,52 Euro nach, nachdem es im vorbörslichen Handel bereits leicht unter Druck gestanden hatte. Der Markt scheint die Zahlen als Bestätigung des bekannten Bildes zu werten — stabile Vermietung, aber steigende Finanzierungslast durch die Zinswende der vergangenen Jahre. Ab dem dritten Quartal wird die neue Perpetual-Notes-Struktur mit voller Kostenwirkung im FFO1 spürbar, wie das Management bereits angekündigt hat.

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