Greif Aktie: Nachbörslicher Rücksetzer
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 01:58 Uhr | Redaktion boerse-global.deGreif liefert ein starkes Geschäftsjahr, doch der Markt schaut auf das vierte Quartal. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,87 Dollar, Analysten hatten mit 1,16 Dollar gerechnet. Der Umsatz übertraf mit 1,14 Milliarden Dollar die Erwartung von 1,09 Milliarden Dollar. Nachbörslich gab die Klasse-B-Aktie nach dem Handelsschluss bei 111,89 Dollar zeitweise rund 7 Prozent nach.
Kostensenkung als Treiber
Das Management setzt auf Effizienz statt auf Konjunkturhoffnung. Im Geschäftsjahr 2026 stieg das bereinigte EBITDA um 11,7 Prozent auf 625,7 Millionen Dollar. Das bereinigte Nettoergebnis legte um gut 73 Prozent zu.
Die Sparprogramme greifen schneller als gedacht. Greif erreichte bereits 105 Millionen Dollar jährliche Einsparungen und übertraf damit das ursprüngliche Dreijahresziel von 100 Millionen Dollar ein Jahr früher. Nun peilt der Konzern bis Ende des Geschäftsjahres 2027 insgesamt 150 Millionen Dollar an.
Im Schlussquartal sank das bereinigte EBITDA dagegen um 3,1 Prozent auf 163,0 Millionen Dollar. Ein Teil davon geht auf Effekte bei der Bonusrückstellung im Vorjahresquartal zurück. Der Quartalsverlust verringerte sich auf 6,5 Millionen Dollar.
Schwächen bei Cashflow und Faser
Weniger erfreulich fällt der bereinigte freie Cashflow aus. Er sank im Gesamtjahr auf 279,3 Millionen Dollar und verfehlte die zuletzt genannte Prognosespanne. Greif verweist auf hohe Lagerbestände und gestiegene Harzkosten. Das Unternehmen wollte damit die Lieferfähigkeit gegenüber Kunden trotz Lieferstörungen im Nahen Osten sichern.
Das Segment Sustainable Fiber rutschte im Quartal in einen operativen Verlust von 21,4 Millionen Dollar. Belastend wirkten Wertberichtigungen im Zusammenhang mit der Schließung des Papierwerks Sweetwater in Georgia. Mit dem Aus für das Geschäft mit beschichtetem Recyclingkarton will sich Greif auf Bereiche mit starker Marktstellung konzentrieren.
Die Bilanz hat sich spürbar verbessert. Die Nettoverschuldung sank auf 800,9 Millionen Dollar, der Verschuldungsgrad fiel von 1,7 auf 1,2. Hier wirken der Verkauf des Containerboard-Geschäfts und der Forstflächen nach.
Vorsichtiger Ausblick
Für das Geschäftsjahr 2027 gibt Greif nur eine Untergrenze als Orientierung aus. Das Unternehmen sieht nach mehrjähriger Schwäche der Industrie keine überzeugende Nachfragewende am Horizont.
Die Dividende bleibt unverändert: Der Vorstand hat eine Quartalsausschüttung von 0,62 Dollar je A-Aktie angekündigt, zahlbar am 1. Januar 2027 an die am 17. Dezember 2026 eingetragenen Aktionäre. Heute um 14 Uhr deutscher Zeit stellt sich das Management in einer Telefonkonferenz den Fragen der Analysten.
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