GSK Aktie: Doppelter Daten-Erfolg bei Lungenkrebs
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 11:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zwei Studienergebnisse an einem Tag, ein klarer Kursausschlag: GSK-Aktien legten am Montag um 2,5 Prozent auf 1.815 Pence zu, nachdem der Konzern auf der Weltkonferenz für Lungenkrebs in Seoul gleich zwei positive Daten-Updates präsentiert hatte. Für ein Unternehmen, das zuletzt vor allem mit Sparprogrammen und einzelnen Rückschlägen in der Pipeline Schlagzeilen machte, ist das ein seltener Doppelschlag.
Jideytro zeigt starke Ansprechraten
Im Zentrum steht Jideytro (Zidesamtinib), ein Wirkstoff gegen ROS1-positiven nicht-kleinzelligen Lungenkrebs. In der ARROS-1-Studie erreichten 94 Prozent der zuvor unbehandelten Patienten ein objektives Ansprechen, 15 Prozent davon eine komplette Remission. Nach zwölf Monaten lag das progressionsfreie Überleben bei 90 Prozent.
Besonders auffällig: Von zehn Patienten mit messbaren Hirnmetastasen sprachen alle auf die Therapie an, 70 Prozent erreichten eine vollständige Rückbildung der Tumoren im Gehirn. GSK plant, dieses Jahr eine ergänzende Zulassungsanfrage bei der US-Arzneimittelbehörde FDA einzureichen, um Jideytro auch für die Erstlinientherapie freizugeben. Bislang ist der Wirkstoff, der im Juli 2026 zugelassen wurde, nur für vorbehandelte Patienten verfügbar.
Ris-Rez verlängert das Überleben deutlich
Parallel dazu lieferte Ris-Rez (Risvutatug Rezetecan), ein von Hansoh Pharmaceutical lizenziertes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, überzeugende Phase-III-Daten bei relapsiertem kleinzelligem Lungenkrebs. In der chinesischen ARTEMIS-008-Studie mit 461 Patienten senkte der Wirkstoff das Sterberisiko um 54 Prozent gegenüber der Standardchemotherapie Topotecan.
Die mediane Überlebenszeit lag bei 18,5 Monaten gegenüber 10,3 Monaten unter Topotecan. Auch die Ansprechrate fiel deutlich höher aus: 58,3 Prozent gegenüber 12,6 Prozent. GSK hält die Vermarktungsrechte für Ris-Rez außerhalb Chinas, Hongkongs, Macaus und Taiwans und führt derzeit eine weitere Phase-III-Studie mit Blick auf die Zulassung im ausgedehnten Krankheitsstadium durch, deren Daten für 2027 erwartet werden.
Kleinzelliger Lungenkrebs macht zwar nur rund 10 bis 15 Prozent aller Lungenkrebsdiagnosen aus, gilt aber als besonders aggressive und schwer behandelbare Form der Erkrankung. Ein Wirkstoff, der das Überleben fast verdoppelt, wäre entsprechend ein bedeutender Fortschritt für Patienten mit begrenzten Optionen.
Für GSK sind beide Studien mehr als nur wissenschaftliche Erfolge. Die Onkologie-Pipeline rückt damit stärker in den Fokus der Anleger, gerade in einer Phase, in der der Konzern seine Forschungsausgaben genau abwägen muss. Die geplante FDA-Einreichung für Jideytro in der Erstlinientherapie dürfte der nächste konkrete Meilenstein sein, an dem sich der Fortschritt messen lässt.
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