GSK Aktie: Doppelter Zulassungserfolg
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 08:53 Uhr | Redaktion boerse-global.deZwei positive Regulierungsentscheidungen an einem Tag: GSK meldet gleich zwei Fortschritte in der Pipeline, die unterschiedliche Krankheitsbilder betreffen, aber beide das Potenzial haben, neue Umsatzquellen zu erschlieĂen.
Jemperli erhÀlt Priority Review
Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat eine ergĂ€nzende Zulassungsanfrage fĂŒr Jemperli (Dostarlimab) zur bevorzugten PrĂŒfung angenommen. Es geht um die Behandlung von zuvor unbehandeltem Rektumkarzinom im Stadium II und III mit MSI-H/dMMR-Subtyp. Die Entscheidung der FDA wird fĂŒr Februar 2027 erwartet, wobei das National-Priority-Voucher-Programm eine beschleunigte PrĂŒfung ermöglicht.
Grundlage ist die AZUR-1-Studie, eine offene Phase-II-Studie mit 154 Patienten. Sie erreichte ihr primĂ€res Ziel: eine anhaltende komplette klinische Response ĂŒber zwölf Monate ohne nachweisbare Krebszeichen.
Der MSI-H/dMMR-Subtyp betrifft laut Studienlage etwa 5 bis 10 Prozent der jĂ€hrlich rund 770.000 weltweiten Rektumkarzinom-FĂ€lle â eine kleine, aber klar definierte Zielgruppe, fĂŒr die es bislang keine zugelassene Alternative zu Chemotherapie, Bestrahlung und Operation gibt. Jemperli ist fĂŒr diese Indikation aktuell nirgendwo zugelassen, sodass eine FDA-Freigabe eine MarktlĂŒcke schlieĂen wĂŒrde.
Hibsago erhÀlt erste globale Zulassung
Parallel dazu hat Japans Gesundheitsministerium Hibsago (Bepirovirsen) zugelassen â als funktionelle Heilungsoption fĂŒr chronische Hepatitis B bei Erwachsenen, die bereits mindestens sechs Monate eine Vorbehandlung erhalten haben. Es handelt sich um die erste globale Zulassung fĂŒr den Wirkstoff, beschleunigt durch die japanische SENKU-Designation fĂŒr innovative Medikamente mit hohem medizinischem Bedarf.
In Japan leben nach Angaben aus der Studienauswertung fast eine Million Menschen mit chronischer Hepatitis B, die Erkrankung fordert dort jÀhrlich rund 4.000 TodesfÀlle.
Die zugrunde liegenden B-Well-Phase-III-Studien mit insgesamt 1.220 behandelten Teilnehmern zeigten funktionelle Heilungsraten von 19 Prozent bei niedrigeren Virusmarker-Werten â verglichen mit einer typischen Rate von nur 1 Prozent unter Standardtherapie.
Bei Patienten mit besonders niedrigen HBsAg-Werten, die rund 45 Prozent aller diagnostizierten FĂ€lle weltweit ausmachen, lag die Heilungsrate sogar bei 26 Prozent.
Hibsago wurde ursprĂŒnglich von Ionis lizenziert, Jemperli stammt aus der TESARO-Ăbernahme. Beide FĂ€lle zeigen, wie GSK zugekaufte Wirkstoffe ĂŒber Jahre hinweg in neue Indikationen und MĂ€rkte trĂ€gt.
Weitere ZulassungsantrĂ€ge fĂŒr Bepirovirsen laufen in mehreren LĂ€ndern, Entscheidungen auch fĂŒr die USA werden in den kommenden Monaten erwartet. FĂŒr Jemperli bei Rektumkarzinom soll die FDA-Entscheidung im Februar 2027 fallen â bis dahin bleibt die Priority-Review-Einstufung der entscheidende Zeitvorteil gegenĂŒber einer regulĂ€ren PrĂŒfung.
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