GSK, Aktie

GSK Aktie: Zahlen top, Kurs flop

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 09:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Starke Spezialmedikamente gleichen schwÀchere ImpfstoffumsÀtze nicht aus; beim bereinigten Jahresgewinn erwartet GSK nur die untere PrognosehÀlfte.
Abstrakte Darstellung eines modernen pharmazeutischen Labors mit Fokus auf medizinische Innovation und Marktdynamik. Illustration mit AI erstellt.

GSK schlÀgt im dritten Quartal die Erwartungen und verliert trotzdem deutlich an der Börse. Der Grund liegt unter der OberflÀche: schwÀchelnde Impfstoffe, ein belasteter Gesamtgewinn und ein Gewinnziel, das nur am unteren Ende der Spanne liegt.

Beat bei den Kennzahlen

Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 54,6 Pence, Analysten hatten mit 50,4 Pence gerechnet. Der Umsatz stieg zu konstanten Wechselkursen um 5 Prozent auf 8,89 Milliarden Pfund und ĂŒbertraf damit knapp die SchĂ€tzungen. Das operative Kernergebnis wuchs um 5 Prozent, der bereinigte Gewinn je Aktie aber nur um 1 Prozent. Höhere Finanzierungskosten und mehr Investitionen in Forschung und Produktstarts bremsten.

Der Treiber war das GeschĂ€ft mit Spezialmedikamenten. Es setzte 3,9 Milliarden Pfund um, ein Plus von 15 Prozent. HIV steuerte 2,1 Milliarden Pfund bei, der Bereich Atemwege, Immunologie und EntzĂŒndung wuchs um 21 Prozent.

Impfstoffe belasten

Die Impfstoffsparte rutschte um 2 Prozent auf 2,6 Milliarden Pfund. Arexvy brach um 24 Prozent ein, Shingrix gab um 5 Prozent nach. Meningitis-Impfstoffe wuchsen dagegen um 12 Prozent.

Das Gesamtbild trĂŒbt zusĂ€tzlich eine Restrukturierungsbelastung von 328 Millionen Pfund aus dem Programm "Accelerate Growth". Das gesamte operative Ergebnis sank um 16 Prozent, der Gewinn je Aktie nach IFRS um 21 Prozent.

Gewinnziel am unteren Rand

Die Jahresprognose 2026 bestĂ€tigt der Konzern. Beim Umsatz und beim operativen Kernergebnis peilt er die obere HĂ€lfte der Spannen an. Beim bereinigten Gewinn je Aktie rechnet GSK dagegen nur mit der unteren HĂ€lfte der 7 bis 9 Prozent. Ursache sind Zinsbelastungen von rund 700 bis 750 Millionen Pfund, die aus der schuldenfinanzierten Nuvalent-Übernahme stammen.

Die Aktie fiel zeitweise auf 1.823 Pence, nach 1.923,5 Pence zum Vortagesschluss. Das ist ein Minus von zuletzt rund 4,6 Prozent. Ein schwÀcherer Gesamtmarkt verstÀrkte den Druck: Der FTSE 100 gab nach, belastet von enttÀuschenden Zahlen der HSBC und der Vorsicht vor dem britischen Herbstbudget sowie dem Zinsentscheid der US-Notenbank. Barclays hatte erst am Vortag bei "Sell" ein Kursziel von 1.800 Pence bekrÀftigt.

AktionĂ€re erhalten fĂŒr das dritte Quartal eine Zwischendividende von 17 Pence je Aktie. FĂŒr 2026 erwartet GSK insgesamt 70 Pence. Das Umsatzziel von mehr als 40 Milliarden Pfund bis 2031 hĂ€lt der Konzern unverĂ€ndert aufrecht. Die Marke von 1.800 Pence, das Barclays-Kursziel, dĂŒrfte nun als nĂ€chste Orientierung dienen.

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