Hackett Aktie: 1,26 Billionen Euro brachliegend
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 16:36 Uhr | Redaktion boerse-global.deHackett liefert zwei Nachrichten innerhalb weniger Stunden: Quartalszahlen am Vorabend und eine neue Studie zum Working Capital europäischer Konzerne heute. Beide erzählen vom selben Thema, nämlich Effizienzgewinnen durch Prozessumbau und künstliche Intelligenz.
Studie: Gebundenes Kapital in Europa
Die 1.000 größten börsennotierten Nichtfinanzunternehmen Europas halten laut der Hackett-Studie rund 1,26 Billionen Euro an überschüssigem Working Capital. Das entspricht 14 Prozent des Jahresumsatzes. Gegenüber dem Vorjahr schrumpfte das Potenzial um 8 Prozent.
Dabei lief es bei den Kennzahlen eigentlich gut. Der durchschnittliche Cash Conversion Cycle verbesserte sich um 1,8 Tage auf 44,8 Tage, weil Unternehmen Forderungen und Lagerbestände abbauten. Das Gesamtbild fällt jedoch schwächer aus: Der Umsatz wuchs 2025 nur um 0,8 Prozent, in Nordamerika waren es 6 Prozent. Operativer Cashflow und EBITDA gaben nach.
Das Potenzial verteilt sich fast gleichmäßig auf drei Felder:
- Verbindlichkeiten: 464 Milliarden Euro
- Lagerbestände: 404 Milliarden Euro
- Forderungen: 391 Milliarden Euro
Bei den Verbindlichkeiten stoßen Firmen offenbar an Grenzen. Die Zahlungsziele fielen um 3,3 Tage, nachdem sie zuvor zwei Jahre lang gestiegen waren. Druck von Lieferanten und Regulierern begrenzt den Spielraum. Forderungen und Lager gewinnen damit an Bedeutung.
Hackett nutzt die Studie zugleich als Aushängeschild für das eigene Geschäft. Modellrechnungen des Unternehmens zufolge könnten KI-gestützte Order-to-Cash-Prozesse die Klärung von Zahlungsstreitigkeiten von 48 auf 27 Tage verkürzen.
Quartalszahlen: Umsatz sinkt, Gewinn steigt
Im dritten Quartal 2026 sank der Umsatz vor Erstattungen auf 68,9 Millionen Dollar, nach 72,2 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg dennoch auf 0,39 Dollar, nach 0,37 Dollar. Das liegt am oberen Ende der eigenen Prognosespanne. Der GAAP-Gewinn je Aktie kletterte von 0,09 auf 0,14 Dollar.
CEO Ted Fernandez verweist auf die wachsende Nutzung der hauseigenen KI-Plattformen XT und AIX. Sie sollen Vertrieb und Projektabwicklung produktiver machen und 2027 zu mehr operativem Hebel und höheren Margen führen. Die Wirkung dieser Strategie, so Fernandez, beginne gerade erst.
Die Bilanz bleibt solide, aber nicht sorgenfrei: Den Barmitteln von 12,6 Millionen Dollar stehen 86,1 Millionen Dollar Kreditlinie gegenüber. Im Quartal flossen 2,5 Millionen Dollar in Aktienrückkäufe und 3,0 Millionen Dollar in Dividenden.
Ausblick
Für das vierte Quartal erwartet Hackett einen Umsatz vor Erstattungen zwischen 68,0 und 70,0 Millionen Dollar, belastet durch mehr Feiertage. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll 0,39 bis 0,41 Dollar erreichen. Der operative Cashflow soll sequenziell um 15 bis 20 Millionen Dollar steigen, das Geld soll in Schuldenabbau oder Rückkäufe fließen.
Der Verwaltungsrat hat zudem die vierte Quartalsdividende von 0,12 Dollar je Aktie beschlossen. Stichtag ist der 24. Dezember 2026, ausgezahlt wird am 8. Januar 2027.
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